Alpentour Trophy Schladming

Von Donnerstag bis Sonntag fand in Schladming die Alpentour Trophy statt.. Mit meinem Freund und Teampartner Lukas Kaufmann aus Österreich durfte ich an den 4 Etappen insgesamt 200 Kilometer mit mehr als 10 000 Höhenmeter zurücklegen..

Ich bediene mich hier aus dem Pressetext von Lukas Kaufmann:

“Der Wetterbericht lag wieder einmal nicht richtig und so gab`s statt dem angekündigten Regen täglich traumhaftes Bike-Wetter.. 🙂

Jeden Tag machten wir uns in eine andere Himmelsrichtung auf den Weg und sahen so unglaublich viele Highlights in dieser wunderschönen Gegend: Türlwandhütte am Dachstein, Rittisberg, Reiteralm, Giglachseen, Hauser Kaibling, Planai-Downhill und vieles mehr.. Der Start erfolgte immer im berühmten Planai-Stadion, also dort wo am 25. Jänner 2022 hoffentlich wieder der berühmteste Ski-Nacht-Slalom der Welt endet.. Bis auf das Bergzeitfahren am letzten Tag ist dort auch immer das Ziel und die letzten Meter auf der Bike-Park-Strecke lassen einem immer mit einem Lächeln im Gesicht über die Ziellinie fahren, ganz egal wie anstrengend der Tag davor war.. 🙂

Ein weiteres Highlight der ALPENTOUR ist bestimmt auch das tägliche gemeinsame Abendessen und die Siegerehrung, da kann es leicht passieren dass ein/e Welt- oder Europameister/in als eine/r der über 300 Teilnehmer aus der ganzen Welt neben dir sitzt..
…..

So konnten wir jede Etappe auf dem zweiten Platz – nur auf der letzten Etappe wurden wir drittes Team – beenden und diesen Platz erreichten wir auch souverän in der Gesamtwertung..”

DANKE Lukas für 4 unvergessliche Tage am Bike!!

Deutscher Meister EMTB 2022

Nach dem Vizemeistertitel 2020, also ich mit wenigen Sekunden hinter Jochen Käß das Ziel erreichte, war die Mission für 2021 klar. Ich wollte Deutscher Meister EMTB werden. Die Strecke wurde nahezu verdoppelt und hatte nun 68km und 1400hm. Wie immer wurde das Rennen mit dem Ebike, das bis 25 km/h unterstützt, extrem schnell gefahren. Am Ende hatte ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,3 km/h auf dem Tacho. Das War nochmals etwas schneller als 2020 und das obwohl die Strecke länger und deutlich nasser war. Hier sieht man, das Rennen wird nicht in der Komfortzone gefahren sondern immer im roten Bereich. Dementsprechend glücklich bin ich, dass ich mich mit dem Deutschen Meistertrikot vom BDR schmücken darf.

Spannend für mich war, dass ich das brandneue Giant Reign E fahren durfte. Das Rad kam erst am Vortag bei mir an und musste demensprechend für die Rennstrecke optimiert werden. So habe ich die massive 170mm Federgabel gegen eine teifere und leichtere 120mm Gabel getauscht. Dennoch ließ ich die Geometrie unverändert und fuhr das Mullet-Set-Up (29 & 27.5 Laufräder). 

Das Rennen starte sehr flott und ich konnte mich am ersten Berg bereits mit drei Mitstreitern absetzen. Nach 15km konnte ich am Anstieg die entscheidende Lücke reißen und zum Sieg fahren. 

Ein unvergessliches Highlight war die Trikotübergabe und die Nationalhymne auf dem Podium zu hören.  

Sieg beim Offroad Finnmark 300

Sieg beim 300km MTB Rennen zusammen mit Noah Pettersen

Das längste MTB Rennen (und auch die längste Radeinheit) durfte ich in der wunderschönen Finnmark erleben. Zusammen mit dem jungen Norweger Noah Pettersen gewann ich die 300km vom Offroad Finnmark. Die Sonne machte die Nacht zum Tag und wir beendeten nach knapp 19 Stunden das bisher längste Abenteuer. Was für ein Race. 

Ich habe versucht die Eindrücke und Erlebnisse in diesem Video wiederzugeben. 

Graveln bei Sonnenschein

Der März startete mit vielen Sonnenstunden und angenehmen Temperaturen. Die Radsaison startet so langsam. Rennen sind bisher geplant aber die Absagen lassen nicht lange auf sich warten. Solange die Situation kein vernünftiges sportliches Ziel zulässt, gravel ich, mit Freude an der Bewegung, durch unseren schönen Schwarzwald. Zusammen mit meinem Kumpel Moritz haben wir ein paar Impressionen festgehalten. 

Skilanglaufen auf dem Schauinsland

Wenige aber dafür ein paar sehr gute Schneetage hatte ich bereits auf den Loipen im Schwarzwald. Einer dieser Tage war zusammen mit Sebastian Lutz auf der Haldenspur. An diesem Tage wurden die 50km geknackt. Es ging über die Schauinslanrunde bis zum Feldberg und zurück. Hier ein paar Impressionen. 

First Snow – Some Impressions

Der erste Schnee ließ auf sich warten. Nun ist er gekommen. Auf dem Höchsten im Schwarzwald, dem Feldberg konnten ein paar Flocken liegen bleiben. Bis die Langlaufsaison beginnt, kann es noch dauern. Corona ließ alle Cyclocrossrennen absagen und es werden wohl auch keine mehr stattfinden. Daher die erste Saisonpause seit über 8 Jahren. Bisher genieße ich die Offsaison!

Letzten Samstag hatte ich das Glück, einen fotogenen Tag auf dem Stübenwasen (nahe Feldberg) zu erwischen. Der Blick reichte über die schweizer Alpenkette, bis zum Mnt Blanc. Im Westen waren die Vogesen messerscharf zu erkennen. Die Ausbeute möchte ich auf meinem Blog gerne mit euch teilen. Viel Spaß!

First Winter Impressions Black / White

Colour

Appenninica MTB Stage Race

7 Tage Stage Race im Jahr 2020???

Jawoll es ging. Das Appenninica MTB Stage Race wurde von Juli auf Oktober verschoben. Unter großen Corona-Auflagen fand das Etappenrennen im Herzen Italiens, in der Region Emilia Romagna, statt. Meine Anmeldung ging bereits im Januar für die zweite Auflage raus.
Damals war Corona, für mich, noch unbekannt und das Austragungsdatum war für Anfang Juli gedacht. Als Italien dann massive Einschränkungen durch Covid-19 erhielt, wurde auch das Etappenrennen zunächst stillgelegt. Ein Ausweichdatum war aber schnell definiert und die Rennsaison wurde mit einem XL-Stagerace verlängert. 

Die Appenninen sind weitgehend unbekannt und unter den Mountainbikern fast nicht auf dem Radar. Doch mit dieser Geheimhaltung wird man dieser Region (Emilia Romagna) nicht gerecht. Hier finden die Wanderer und Biker ein Trailnetz, das seines Gleichen sucht. Die Region ist dünnbesiedelt. In der Natur trifft man höchstens auf Schäfer, vereinzelt Trailrunner oder Pilzsucher. Dafür trifft man auf technisch fordernde Abfahrten und Ausblicke, die den Horizont mit dem Mittelmeer verschmelzen lassen.

Das Starterfeld war ursprünglich mit 110 Startern schon übersichtlich, Corona lies jedoch einzelne Starter nicht einreisen und somit begann der Prolog mit nur 70 Teilnehmern. In diesem Starterfeld befand sich aber eine kleine auserlesene “Creme de la Creme“ der Rennsportszene.
International sicherlich hervorzuheben waren der Portugiese Tiago Ferreira, der Holländer Hans Becking, der Franzose Joseph De Poortere, der Spanier Milton Ramos, der Italiener Lorenzo Samparisi oder auch der Vorjahressieger Lukas Kaufmann aus Österreich. Bei den Damen stand mit Esther Süss eine Schweizerin am Start, die wie Ferreira auch schon Weltmeister/in war.

7 Tage – 7 Etappe – 447km – 15.945hm
Diese Zahlen waren die Basis für eine intensive Woche auf dem Bike.
Wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 17km/h lag, dann ist klar, es war auch eine lange
Woche im Sattel.

Jede Etappe war ein Highlight. Mal war es der Ausblick, mal der 15km lange Trail über den Bergrücken, die technisch fordernden Abfahrten oder wie auf der 6. Etappen der Matsch.
Hier würde ich gerne kurz ausholen. Es handelte sich um Matsch, der besser den Begriff Lehm oder Beton verdient hat. Die Nacht vor der dieser Etappe hatte es sintflutartig geregnet. Die Anstiege und Abfahrten waren dadurch natürlich sehr rutschig. Aber was dann kam, das habe ich noch nie erlebt. Die Laufräder blieben in der aufgeweichten Erde stecken. Diese Erde klebte nun auf den Reifen, Rahmen und zwischen Rahmen und Reifen. Es drehte sich Nichts mehr. Ein Vorankommen war ausgeschlossen. Hatte man den Lehm entfernt, setzten sich die Reifen wenige Meter später wiederholt komplett zu. Das Bike tragen war eine Option, nur wog das Rad schlagartig 10kg mehr.
Ich stand in Pfützen und reinigte mein Bike. Ich trug es über die Matschfelder und verlor im selbigen fast meine Schuhe. Es war eine bemerkenswerte Etappe!

Nochmals einen Blick auf die Orga. Es wurde alles für uns Mögliche geleistet, dass wir coronakonform
teilnehmen konnten. Vor jedem Start wurde die Temperatur gemessen, Masken wurden ausgeteilt und bis kurz vor dem Start getragen, Verpflegungszonen wurden besonders vorbereitet usw.
Auch die Übernachtungsmöglichkeiten wurden angepasst. Mehr Hotelzimmer, bzw. ausreichend Platz in den Turnhallen war gegeben.

Zurück zu meinem Rennen: Ich fuhr ein solides, konstantes Rennen. Ich konnte die Queenstage mit 110km und 4330hm auf Platz 5 beenden. Mein Gesamtergebnis war nach 7 Tagen und über 25 Stunden, der 6. Rang. Auf der Ergebnisliste sieht man, wie eng es in den Top10 zuging.

Resümee: Es war natürlich ein Privileg in dieser Saison an so einem langen Stagerace teilnehmen zu dürfen. Die Organisatoren haben alles Erdenkliche ermöglicht, um das Rennen für jeden Teilnehmer möglichst sicher zu gestalten. Die Etappen setzten eine gute Radbeherrschung voraus, die Ausdauer musste natürlich stimmen. Wer die Marschtabelle nicht einhalten konnte, der wurde aus dem Rennen genommen (ein Start am Folgetag war ohne Wertung möglich). Die Verpflegung war super. Frühstück gab es im Hotel oder der Turnhalle. Nach den Etappen war die Zielverpflegung üppig. Vegetarier kamen voll auf ihre Kosten. Eine weitere warme Mahlzeit folgte am Abend.
Wer in Europa nach einem familiären Etappenrennen sucht und sich die genannten Infos zutraut, der wird hier nicht enttäuscht. 2021 fällt der Startschuss Mitte September.

Diese Parmesan (48kg schwer) war Grundnahrungsmittel der kommenden Woche

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Effekt ist, dass man bei einem Rennen wie diese, viele Freunde wieder trifft. Es macht einfach Spaß gemeinsam etwas zu erleben und im Anschluss Anekdoten auszutauschen.

Fotos
The Outdoor Lab
Michael Chiaretta
Marius Holler
Francesco Narcisi
Alyona Blagikh 
// The Outdoor Lab

Internet:
Appenninica MTB Stage Race

Deutscher Vizemeister Ebike MTB

Die erste offizielle Deutsche Meisterschaft auf dem Ebike ist in den Büchern!
Ich war dabei und wurde Vizemeister!

Technische Abnahme!

Bereits letztes Jahr bin ich mit meinem “Giant Germany Offroad Team“ bei der inoffiziellen DM in Bad Wildbad gestartet. Dabei ging es über fünf unterschiedliche Wertungen. Dieses Jahr schaltete sich der Bund Deutscher Radfahrer in das Geschehen ein und nahm zunächst die Ausdauerdisziplin in ihr Programm auf. In der Eifel beim Vulkan Bike Marathon in Daun mussten die Ebiker 38km und 900hm bewältigen. Eigentlich ein Witz für die Marathon-Cracks aber man wollte auf “Nummer Sicher“ gehen und Chancengleichheit schaffen. Der Akku musste oder vielmehr sollte auf der Gesamtstrecke ausreichen. Das Rennen wurde dennoch ein Rennen, das dem eines Marathons gleich kam. Es ging vom ersten Meter, nach der Neutralisation mit Masken, mit vollem Tempo die Anstiege hoch.
Das Ebike wurde im Vorfeld kontrolliert. Somit war keine Unterstützung über 25 km/h zulässig.
Hier hat keiner getrickst…. Zumindest im Rennen waren keine “Überflieger“ auffallend dabei. Jeder hatte gleichermaßen zu kämpfen und musste mit seiner Leistung das Rennen bestimmen. So bildete sich nach dem zweiten Anstieg eine 3-Mann Gruppe mit dem späteren Sieger Jochen Käß, Sven Baumann und auch ich war dabei.
Mein Ebike ein Giant Reign E+ ist ein reinrassiges Enduro. Mit 160mm Federweg (vorne und hinten) gehört es ganz klar ins grobe Gelände. Dennoch fuhr es sich erstaunlich gut auf den schnellen Schotterabschnitten und kletterte fleißig die Anstiege hoch. Im Vorfeld habe ich den Lenker, Vorbau, Reifen gewechselt und die Gabel gegen eine 120er getauscht. Die Geometrie passte perfekt.
Im Rennen fuhren wir jeden Meter mit der maximalen Unterstützung, zumindest bis 25km/h. Aber entscheidend war die eigene Leistung, die den Unterschied ausmachte.

Vorne Sven Baumann, hinten Jochen Käß.(Foto: Sportograf)

Zurück zum Rennen; Wir fuhren einen Schnitt von 32! Die Trails brachten die Entscheidung.
Zusammen mit Jochen konnte ich mich etwas absetzen. Wenige Meter in Führung liegend, fiel meine Kette vom Kettenblatt und kostete mich den Anschluss. Auf den letzten drei flachen Kilometern kam ich nochmals bis auf vier Sekunden an Jochen ran. Aber Profi, wie er ist, verwaltete er den Abstand bis ins Ziel und fuhr seinen vierten Deutschen Meistertitel (MTB, Ebike) ein.
Ich bin dennoch sehr glücklich über den zweiten Platz, so hat sich die lange Anreise in die Vulkaneifel gelohnt.

Sobald das Bike über 25km/h fuhr, musste die eigene Leistung stimmen!

Resümee: Es hat sehr viel Spaß gemacht! Das Rennenfahren war der Hammer! Immer drauf….
Super schnell! Die Kunst bestand darin, das schwere Bike sauber in den Abfahrten zu kontrollieren.
Die schnellen Reifen rutschen massiv und häufig aus dem Kontrollbereich.
Ob es das ultimative Rennformat war, das kann man hinterfragen. Es war von Beginn an klar, dass der Akku kein limitierender Faktor war. Spannend wäre es, wenn die Strecke deutlich länger gewesen wäre und man vorausschauend die Akkuleistung nutzen müsste. So würden illegale Unterstützungen über 25km/h die Akkuleistung saugen und sich später auch rächen. Auch steilere, technischere Anstiege, Abschnitte wären dem Ebike angemessen. Die Bikes robben jede steile Waldschneise hoch, wenn man es kontrollieren kann. Also Vorsprung durch Skills und nicht nur durch E-Technik.
Vollgas Offroad!
Auch im Vorfeld muss die Technik der Bikes klarer beschrieben werden. So war im offiziellen BDR Formular u.a. von E- Pedelec die Rede, von einem festen Akku (Hinweis: Man kann externe Akkus anbringen, die auch fest sind). Ebike ist im Rennsport am Anfang. Es wird spannend sein, wohin sich diese Bike-rennvariante entwickelt. E-Endurorennen sind mittlerweile fester Bestandteil der EWS.
Die Industrie verkauft Ebikes, wie kein anderes Rad. Daher ist von dieser Seite der Weg schon geebnet. Mal sehen, wie die Rennszene agiert bzw. reagiert.
Ich bin froh, dass ich zusammen mit 25 anderen Teilnehmern, ein Teil der Geschichte war.     

Podium: Männer: 2. Wegner, 1. Jochen Käß, 3. Sven Baumann. Frauen: 1. Alina Bähr, 2. Janina Baumann, 3. Ariane Blaschzyk (Foto: Andrea Gutmann)