Swiss Epic Graubünden rockt!

Holger und ich, nach 2018, stehen wir wieder gemeinsam am Start der Swiss Epic. Graubünden statt Wallis. Wir sind gespannt und hoffen auf gutes Wetter.
Das neue Giant Anthem liegt bereit. Die Reifen sind nass! Erste Etappe: Davos nach St. Moritz im Regen.
300 Teams werden auf die Rennstrecke entlassen. Manche mit Badehaube auf dem Kopf, wir mit Armlingen 🙂
Ein Highlight der ersten Etappe ist der Albulapass. Trails bis ins Engadin garantieren auch bei Nässe maximalen Spaß. Mit über 3000 Höhenmetern gehört die Etappe zur härtesten. Wir werden 19. in einem internationalen Topfeld.
Holger und ich ergänzen uns gut. Windschattenlutschen, je nach Tagesform und Laune ist genehmigt. Manchmal ist es aber auch einfach entspannter in den Abfahrten der Linie des Vordermannes zu folgen.
St. Moritz behält uns zwei Nächte. Die 2. Etappe ist ein wunderschöner Rundkurs von knapp 70km und führt uns bis auf 2600 M.ü.Nn.
Der WM-Trail schießt uns wie eine Kanonenkugel ins Tal. Kaum vostellbar, dass wir soeben einen wolkenlosen Himmel hatten. Dieser Wechsel ist zumindest erfrischend.
Da sind wir schon bei Etappe 3. Ziel Lenzerheide mit abschließendem Worldcup Track. Raus aus dem Engadin führte eine große Spitzengruppe das Feld an.
Der Untergrund wechselt ständig. Nass, rutschig oder auch Asphalt fordern die Fahrer. Im Ziel treffen wir immer wieder auf Fahrer, die ihre Wunden verarzten lassen. Wir haben Glück und kommen problemlos durch.
Lenzerheide ist Start der 4. und 5. Etappe. Bekannt wurde dieser kleine Alpenort, bei den Bikern, durch die WM 2018. Wenige Tage vor unserer Ankunft fand hier der Worldcup statt. Die bikefreundliche Atmosphäre strahlt die Region überall aus. Holger hat beispielsweise eine Ersatz-Sattelstütze in einem kleinen Radladen (geliehen) bekommen. Bedingung: Am Ende des Etappenrennens bitte zurückschicken.
Langer Uphill - Langer Downhill! Jeder Tiefenmeter will genutzt werden und so lassen sich die Organisatoren nicht lumpen. Wir haben viel Spaß! Generell ist das Rennen mit der nötigen Ausdauer und Fahrtechnik gut machbar. Wenn ich mich an 2014 zurück erinnere, da war es nur abartig. XXL Etappen und Abfahrten, die viele Fahrer über ihr Limit brachten.
Holger übernimmt das Kommando und bringt uns sicher ins Tal. Der Mix aus Naturtrails und gebauten Trails bring viel Abwechslung. Jede Destination hat ihre eigene Note. Langeweile fehl am Platz!
Unterhalb der Baumgrenze treffen wir auf viele Pilzsammler. Der Wald scheint den perfekten Nährboden zu bieten. Uns bereitet er ein dickes Lachen ins Gesicht.
Adios Lenzerheide! Wir treten für die letzten Kilometer in die Pedale. Gemeinsam mit Lars und Fadri verbingen wir einen kurzweiligen Tag. Jeden Tag treffen wir auf die gleichen Gesichter. Man lernt die Stärken und Schwächen der anderen Teilnehmer kennen und kann entsprechend reagieren.
Bei Regen gestartet, bei Sonne das Ziel erreicht. Die gemeinsame Zeit war intensiv und unglaublich gut. Die Orga hat aus fünf Jahren gelernt und in kleinen Details nochmals nachgebessert, so ist die Veranstaltung von einem hohen Niveau auf ein noch höheres gewandert. Der Locationwechsel tat gut und man konnte jede Etappe mit einem Downhill beenden.
Platz 22! Gerne wären wir weiter vorne gelandet, war aber nicht möglich! Das Niveau hat sich jedes Jahr gesteigert und kleine Schwächen kosten Minuten und schnell Positionen. Aber Platzierungen sind hier eher zweitrangig, wichtiger ist das Erlebnis in einer der schönsten Gegenden der Welt.

Swiss Epic Preview

Swiss Epic – ein Rennen über 5 Tage!
Ein Etappenrennen, das man im 2er-Team fahren und natürlich beenden muss.
Swiss Epic begleitet mich bereits seit 2013. Damals wurde ich eingeladen, um die Strecke im Wallis kennenzulernen. Sie gefiel mir auf Anhieb. 2014 stand ich zusammen mit Benjamin Joerges am Start.
Die Etappen waren die brutale Härte. Auf wenigen Kilometern erfolgten unglaublich viele Höhenmeter. Es war ein sehr schweres Etappenrennen, das wir dennoch in den Top10 finishen konnten. Zwei Jahre später gewann ich zusammen mit Daniel Eiermann die Flow Variante. Diese Option beinhaltete deutlich mehr Tiefenmeter als Bergaufmeter. Man durfte Shuttlen und wurde unmittelbar nach dem Liften auf die Rennstrecke entlassen. Das Rennen war dennoch nicht einfach. Bergaufpassagen wurden ebenfalls gewertet und dementsprechend schnell gefahren.
2018 war es wieder soweit. Das Wallis rief und die Swiss Epic gehörte nun zum Eventriesen Cape Epic. Mein Teampartner war Holger Schaarschmidt von der “World of MTB“. Immer wieder schreibe ich für dieses schicke Magazin. Holger ist mir daher mehr als bekannt. Doch dass er so flott über die Alpen kommt, das war mir im Vorfeld nicht bewusst. Wir lieferten bei starker Konkurrenz ein solides Rennen ab und waren im Gesamtranking am Ende auf dem 17. Platz.
Dieses Jahr zieht das Swiss Epic das erste Mal um. Graubünden lädt ein. Die Destinationen sind Davos, St. Moritz, Lenzerheide. Also alles Nobelskiorte, die einen gepflegten Ruf haben. Bei den Bikern sind die Orte nicht unbekannt. Im Sommer finden immer wieder top Events statt. So z.B. am vergangenen Wochenende der XC und DH Worldcup.
Holger und ich sind auch dieses Jahr wieder dabei. Durch eine Kooperation mit St. Moritz werden wir im Trikot von St. Moritz unterwegs sein und nicht im gewohnten Giant Germany Offroad Team Outfit. Am 20.8. ist Start in Davos. Die Etappen werden mit Sicherheit Premiumstandart haben, die Trails top und die Landschaft atemberaubend. Ich freue mich…

Zusammen mit Benjamin Joerges bei meiner ersten Swiss Epic
Mit Daniel Eiermann gewann ich die Flow Variante ein Jahr später (2015)
Holger Schaarschmidt ist ein Mann der Berge... mindestens 7x im Jahr guidet er eine TransAlp. Demenstprechend fit ist er! Platz 17 im Jahr 2018

Tracevosgienne – Vogesen im Regen

Nach mehreren Tagen purer Sonne, fand ich mich beim Vogesenklassiker Tracevosgienne wieder. 14 Grad und Dauerregen war ich nicht mehr gewohnt. Das Rennen besticht durch traumhafte Trails, die einfach Spaß machen. Sie sind nicht heftig und dennoch muss man eine gute Linienwahl haben. Ich kam ganz gut mit der Spitzengruppe über die ersten Anstiege, musste dann aber meinen Rhythmus fahren. So befand ich mich in der Gruppe zwischen Platz 7 und 11. Die Gruppe lief gut und wir kamen gemeinsam durch den Schlamm. Der sandig, nasse Boden setzte meinen Bremsbelägen massiv zu und die Bremspower schwand, ebenso wie der Bremsbelag. Ein Verzögern musste nun rechtzeitig eingeläutet werden und manchmal half in den Kurven auch der Fuß. Mir war klar, dass ich im Finale auf sehr rutschigen Querwurzeln eine besondere Rutschparty haben werde und gab dementsprechend in den Uphills Druck aufs Pedal um mich von der Gruppe abzusetzen.
Dies gelang ganz gut und zu zweit gingen wir in die Zieleinfahrt auf Platz 4 und 5. Mit dem 5. Rang bin ich sehr zufrieden. Die Konkurrenz war top, da dieses Rennen auch die Meisterschaft vom “Grand Est XCM“ darstellte.

MTB Trilogy Tschechien

Holger kenne ich bereits von der Swiss Epic 2018. Dort zeigte Holger bereits seine Qualitäten: Super Fahrtechnik und eine unermüdliche Ausdauer.

Da war ich wieder! Zurück im tiefen Osten. Zusammen mit meinem Freund Moritz (der für alle Fotos zuständig war – aber auf keinem Bild drauf ist). Moritz kenne ich aus meiner jüngsten Kindheit. Holger mein “World of MTB” Partner bei der Swiss Epic 2018/19 war ebenfalls Teil unserer Crew.
Wir waren nach langer Fahrt angekommen in Tschechien und freuten uns auf die Teilnahme der MTB Trilogy.
Zu Erst habe ich von diesem Rennen 2014 bei der Sudety in Polen gehört. Damals hieß es, wenn ihr richtige Trails fahren wollt, dann ab zur MTB Trilogy.
2019 sollte es soweit sein.

Ich spendierte meinem Giant Anthem eine 34er Fox mit 120mm und brachiale Trickstuff Picolla Bremsen. Die Variostütze war obligatorisch.

Die Unterkunft auf dem Campingplatz war simple und mit ehrlichem Charme. Wir fühlten uns sehr wohl und waren bereit für das Abenteuer.

MTB Trilogy ist ein 4-tägiges MTB Stagerace. Es startete mit einem 11km langen Prolog und folgte mit 3 Etappen durch das Sudetengebirge. Jede dieser Etappen sollte sehr schwer werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug selten über 14 km/h. Aber genau das machte den Reiz für die 200 Starter aus. Fahren kann man dieses Rennen als Endurorace oder eben in der Marathonvariante. Holger und ich entschieden uns, für die Marathonvariante, wo jeder gefahrene Meter zählt!

Mit der Startnummer ging es auch gleich zum Prolog. die 11 Kilometer lange Runde war ein XC-Kurs deluxe. Kurze Anstiege, technische Abfahrten und passagen, die weniger rollten. Alles in Allem eine sehr gelungenne Runde. Mir gelang eine fehlerfreie Fahrt und mit Platz 3 war der Einstieg sehr gelungen. Auch Holger machte mit dem 8. Platz so einiges richtig.

Prolog: Platz 3 und 8!

Das Rennen war eröffnet und die ersten Eindrücke haben schon mal einen guten Vorgeschmack für das, was kommen sollte gegeben.

Ein Etappenrennen ist anspruchsvoll. Nicht nur das Material muss halten, auch der Fahrer muss sich jeden Tag aufs Neue der Herausforderung stellen. Holger sorgt für die nötigen Kohlehydrate und kocht ein solides Essen. Jetzt im Nachhinein hätte ich genau in diesem Moment noch mehr essen sollen, als der Kopf wollte. Die Folgen nichtgefüllter Speicher, musste ich leider am eigenen Körper spüren.

Die Nächte in dieser kleinen Minihütte waren übel. Die Nächte zuvor, in Deutschland, waren extrem heiß. Hier in Tschechien kühlte es nachts gewaltig ab und ich fror. Diese zwei kalten Nächte zogen sicherlich etwas Energie… Unter den Folgen musste ich auf der ersten echten Stage stark leiden.

Bevor es aber zur Startaufstellung ging, nutzen wir natürlich die Gelegenheit und tranken unseren Kaffee brav aus. Das Gebiss fand ich im Übrigen auf der Prologstrecke. Wer kann mir sagen von welchem Tier? Ich habe nur Vermutungen…

Der Start erfolgte bei bestem Wetter. Das Feld war längere Zeit dicht zusammen, ehe die ersten Anstiege selektierten. Ich konnte mich in der 4-Mann Spitzengruppe halten und genoss die heftigen Abfahrten. Dann erwischte ich eine ungünstige Linie und merkte die spitzen Steine deutlich unter meinen Reifen. Einer dieser Steine zerstach meinen Reifen und ich war gezwungen, den Reifen zu flicken. Weiterhin in den Top10 war ich “back in the Game“. Ich fühlte mich gut und konnte weitere Fahrer wieder einholen. Doch dann ging alles ganz schnell. Meine Kräfte ließen nach und die Wattwerte fielen in den Keller. Der Puls war am Berg selten über 140 und steile Rampen musste ich schieben. Die Verpflegungszonen nutzte ich für ausgiebige Stopps und nahm alles, was das Büfett hergab. Zu dem Hungerast kamen noch Krämpfe. Das Ergebnis trat schon lange in den Hintergrund, es galt nur noch das Ziel zu erreichen. Die tollen Trails konnte ich nicht mehr genießen. Die Konzentration war weg.

.

Das Ziel erreichte ich nach 5:15 Stunden, mit einer Stunde Rückstand, auf dem 24. Rang.
Holger schruppte knapp an den Top 10 vorbei. Für mich war klar, ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis ist somit nicht mehr möglich.  

Für mich stand eine schwierige Entscheidung an. Weiterfahren und die Trails genießen? War das möglich? War das sinnvoll? Oder Aussteigen, den Körper von den Krämpfen erholen lassen und neue Ziele setzen? Ich überlegte lange und kam zu dem Entschluss, der mir nicht leicht fiel, das Rennen zu beenden. Ich hatte in den letzten Wochen viele gute Ergebnisse und tolle Momente auf dem Rad. Jetzt war es an der Zeit die Reißleine zu ziehen. Ist die Konzentration nicht mehr bei 100%, dann sind diese Abfahrten einfach zu schwer und zu gefährlich.

Holger hat ein sehr positives Gemüt. Sein Lachen hat auch mich schnell wieder angesteckt. Auch genoss ich die lange Rückfahrt mit meinem Kumpel Moritz und wir hatten noch viel zu erzählen. Holger fuhr das Rennen sehr gut zu Ende und ihm gelang es tatsächlich in die Top10 auf dem 8. Gesamtrang.

Was ich mitnehme, sind Erinnerungen an ein sehr schönes Land, mit sehr freundlichen und aufgeschlossenen Menschen. Eine Veranstaltung, die in den Medien kaum präsent ist, aber zu den schwersten Rennen der Welt gehört. Die Organisation war super. Es mangelte an Nichts und es gab auch nichts Unnötiges. Insgesamt sehr basic. Die Strecken waren top ausgeschildert und an den Verpflegungszonen gab es Kuchen und sogar Trinkflaschen. Wer dieses Rennen fahren möchte, der sollte über eine sehr gute Fahrtechnik verfügen und natürlich das nötige Sitzfleisch mitbringen. Ich kann es nur empfehlen…
Deshalb ist es mir auch wert, nach langer Zeit, einen ausführlicheren Bericht auf meiner Page zu posten.
Fotos von Moritz Schick

Sieg beim Black Forest Ultra Bike Gravel Track

Kurzer Rückblick:
In den letzten Wochen passierte doch einiges. Ich war zusammen mit Andreas Kleiber beim Raid VTT. Dieses 4-tägige Etappenrennen in Frankreich ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wir finishten auf dem 4. Gesamtrang. Das war ein sehr gutes Resultat. 
Im Anschluss erreichte ich ebenfalls einen 4. Rang beim 3-tägigen Alps Bike Festival in La Clusaz. 

Und dann kam der Black Forest Ultra Bike Marathon. Ein Bike-Event direkt vor meiner Haustüre (keine 1000m entfernt!). Als Vorjahressieger beim Gravel Race gelang mir die Titelverteidigung. In einem völlig neuen Rennformat (3 gewertete Stages), musste ich mich gegen einen sehr schnellen Ben Witt durchsetzen, der als Straßenfahrer schon hier und da erfolgreich war. 

Keine 24 Stunden später nutzte ich den Speed Track (ebenfalls ein Rennen beim Ultra Bike) und rundete mit einem 4. Rang ein super Wochenende ab. 

UCI Worldseries Marathon Roc Laissac

Lang war die Anreise in den Süden Frankreichs. Über 8 Stunden benötigten wir von Freiburg nach Laissac. Aber Dank der “Stop&Go Marderabwehr” Truppe gestaltete sich zumindest die Autofahrt als sehr unterhaltsam. Hier nochmals ein Dank für die Mitnahme und Betreuung vor Ort.

Das Rennen gehört zur Worldseries und gibt jedem Athleten die Möglichkeit, sich mit einem Top20 Platz für die Marathon WM in der Schweiz zu qualifizieren. Dementsprechend motiviert waren meine Mitstreiter von Stop&Go. Hie sie erwähnt, Niklas Sell (15.), Julian Schelb (17.), Matthias Bettinger (19.) haben ihre Quali geschafft.

Am Vortag stellte sich bei mir kein gutes Gefühl ein. Kopfschmerzen und Nackenverspannungen zogen meine Begeisterung nach unten. Der Regen und die einstelligen Temperaturen trugen nicht zur Erheiterung bei. Aber mit dem Abendessen stieg die Laune. Ich fühlte mich wieder deutlich besser und freute mich sogar auf eine lange MTB Ausfahrt. Die Taktik war klar. Nachdem Benjamin Jörges bereits 2x dieses Rennen beenden konnte, hielt ich mich an seine Ansage: Laaaangsam starten und nach 3 Stunden überleben und nicht sterben. Gesagt getan! Ich reihte mich, in diesem weltklasse Feld, um die Position 30-35 ein und knatterte durch nabentiefen Schlamm und über flowige, angelegte Trails. Bei Temperaturen um die 3°C ging es mehrmals durch kleine Bachdurchquerungen, so dass die Füße bereits nach wenigen Kilometern nass waren. Aber, und da waren wir sicher alle sehr dankbar, der Regen blieb aus! Mit dem Ratschlag vom Jörges konnte ich das konstante Tempo durchhalten und hatte keinerlei Einbrüche. Dieses Rennen ist kein Windschatten-Race, man fährt sein Tempo und wer überzieht, der bekommt spätestens am letzten langen Anstieg auf der Wiese die Quittung. Dieser Anstieg ist so steil, dass Schieben durchaus eine Option war. Im Ziel angekommen, war ich zunächst 22.. Ein Fahrer vor mir war nicht in der offiziellen UCI Rangliste und somit wurde es tatsächlich der 1. Platz bei der Nicht-WM-Norm. Schade, aber ich bin dennoch sehr zufrieden und hatte ein erlebnisreiches Wochenende und bringe ein paar Weltranglistenpunkte mit.
Als nächstes steht das “Giant Germany Offroad“ Teamtreffen in Finale (Italien) auf dem Programm.
Dort werden wir in erste Linie mit den Enduros um die Wette knattern. Ich freue mich sehr, das team wieder zu treffen.

Sieg beim VTT de Centenaire a Habsheim

2015 konnte ich bereits in Habsheim im nahen Elsass das kleine MTB Rennen gewinnen. Damals war der Kurs schön aber weniger holbrig. Daher entschied ich mich vier Jahre später für das Hardtail. Allerdings haben sie die 8km Runde attraktiver gelegt. Es war trailiger aber auch deutlich ruppiger. Das Fully wäre die bessere Wahl gewesen. Der Start war brutal schnell. Ich fühlte mich direkt wieder im Cyclocross-Modus und musste zunächst auf Position 6 vorlieb nehmen. Nach drei von vier Runden konnte ich mich an die Spitze setzen und diese Position bis ins Ziel verteidigen. Ich würde sagen: Guter Start in die Saison!

Cami de Cavalls – Top 10 auf Menorca

Was für ein früher Saisonstart in die Radsaison! Eigentlich wollte ich nach der langen Cyclocross Saison (bis zum 23.12.18) nicht wieder so früh aufs Rad. Der Plan war, die Langlaufsaison bei mir im Schwarzwald so lange, wie möglich mitzunehmen und dann ab Mai wieder ins Renngeschehen auf dem Rad dabei zu sein. Aber es kam anders: Lukas Kaufmann, ein Österreicher, kontaktierte ich Mitte November wegen einer Langlaufbindung, die es bei uns nicht zu kaufen gab. 10 Tage später schickte Lukas mir diese aus Österreich nach Deutschland. Der Kontakt war da! Lukas fragte mich im selben Monat, ob ich mir nicht vorstellen könnte, mit ihm in Menorca beim 3-tägigen Stagerace “Cami de Cavalls“ zu starten. Ich zögerte erst… Mir war Anfang März einfach zu früh! Aber Menorca ist für mich unbekannt und der Reiz nach etwas Neuem war dann doch größer. Ich sagte zu! Lukas sah ich dann erst wieder am Flughafen in Menorca. Von dort startete unser fünf Tage dauernder Trip auf der Insel. Wir packten die Räder aus und erkundeten wenige Kilometer auf unbekanntem Gelände. Schnell war klar, es wird steinig. So viele Steine hatte ich noch nie unter den Stollen. Es rollte quasi nichts und Lukas hatte mit seinem Hardtail nicht viel zu lachen. Aber wir waren motiviert.

Der Startschuss fiel am folgenden Tag in Ciutadella. Schnell knatterten die 50 Zweierteams in Richtung Steinlandschaft. Der GR223 wurde von nun an unser Trail. Immer mit Blick auf das Meer und kurz-kurz (Kleidung) war die Motivation ungebrochen hoch. Völlig überrascht von meiner guten Form (ich hatte zuvor 220km auf dem Rad!) konnte ich problemlos das Tempo mit der Spitze mitgehen. Es ist aber auch mein Gelände: Flache, technisch sehr fordende Trails, die immer Druck aufs Pedal verlangen. Lukas litt mit jedem Stein mehr und mehr… Aber er lernt binnen weniger Kilometer eine bessere Linie zu fahren und wir kämpften solange, bis sein Schaltwerk kapitulierte. Ich schob ihn zur Servicestation, wo die Mechaniker den Zug auf Spannung brachten, die Kette kürzten und die Stellschraube ordentlich festzog. Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit, in der Realität waren es 25 Minuten. Ich war demoralisiert! Lukas aber weiterhin motiviert! Es dauerte wenige Meter, bis ich wieder zu alter Stärke zurückfand und wir gemeinsam ein Team nach dem anderen überholten. Auf Platz 16 beendeten wir die erste Etappe. Die Stimmung war dementsprechend getrübt.

Am Port de Mao starten wir wieder bei frühsommerlichen Temperaturen. Wir hielten lange mit den Topteams mit. Mussten aber wieder in den technischen Passagen reißen lassen. Aber mit dem Wissen, dass wir auf den rollenden Abschnitten zu den Besten gehörten, flogen wir über die einfacheren Trails und kamen mit 3 Minuten Rückstand auf dem 2. Platz ins Ziel. Das war der absolute Höhepunkt! Wir beendeten das Stagerace mit einem sehr guten Gefühl. So wurden wir am Ende 7. mit lediglich 2 Minuten auf Platz 5. Das Rennen hatte Höhen und Tiefen und hat uns als Team zusammengeschweißt.

Das 3-tägige Stagerace Camin de Cavalls ist ein Highlight in der frühen Saison. Die Strecken sind sehr kurzweilig und wunderschön. Ständig schweift der Blick auf das Mittelmeer. Der GR223 ist ein anspruchsvoller Wanderweg entlang der Küste. Parallel zum MTB Rennen findet auch ein 3-tägiges Trailrunevent statt. Obwohl wir nur 3200hm und 180km absolviert haben, kam es uns deutlich länger vor. Aber wir waren auch nur mit 17km/h im Schnitt unterwegs. Die Radwahl ist ganz klar ein Racefully mit massiveren Reifen. Die Organisation ist herzlich und sehr routiniert. Die allabendlichen Briefings waren ein Highlight und lockerten jeden engstirnigen Renncharakter auf. Generell hatte ich nicht das Gefühl, dass mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren wird. Es wird bereitwillig Platz gemacht und das Gelände selektiert das Feld.
Ich bereue meine Entscheidung, so früh ins Renngeschehen gestartet zu sein, in keinster Weise!

Fotos: JSaragossa und oriol_batista

Rückblick 2018

Die Saison 2018 war eine gute und auch lange! Ich lief bereits im Januar Langlaufrennen und fuhr mein letztes Cyclocrossrennen im Dezember. Im Juli durfte ich als Gastfahrer für “Embrace the World” bei der 9-tägigen Rennradrundfahrt teilnehmen. das war für mich sportlich eine Herausforderung, lag mein letztes Rennradrennen doch über 3 Jahre zurück.
Um ein paar Highlights zu nennen:

4. Platz Rucksacklauf
1. Platz Gravel Race Ultra Bike Kirchzarten
2. Sudety MTB Challenge Polen
2. Gravel Race Roc d’ Azur Frankreich
2. Mesa Trail Hero (Kurzstrecke)
2. Cyclo Cross Tour de Wittenheim
Vizemeister Ba-Wü Cyclocross
Teilnahme an: Swiss Epic, Engadin Bike Giro, uvm.

Es waren wieder sehr tolle Events!

 

Roc d´Azur und mehr

Schon länger ist es her, dass ich hier etwas aktualisiert habe.
Das liegt zum einen daran, dass ich über andere Kanäle (z.B. World of MTB oder Instagram) poste und zum anderen, dass ich schlicht nicht die Zeit finde. Wie dem auch sei, ich war in der Vergangenheit nicht untätig. Es war sogar sehr spannend! Ich war viel in Frankreich und sogar in China unterwegs. In China durfte ich als Gastfahrer für das Team “Embrace the World“ in die Cyclocross einsteigen. In Peking gab es gleich zwei UCI C1 Rennen mit einer guten Besetzung.

Danach kam in Wittenheim der heimische Crosseinstieg. Ich beendete das Etappenrennen (2x Massenstart, 1x Einzelzeitfahren) auf dem 3. Gesamtrang und durfte zwischenzeitlich das Leadertrikot überstreifen. Es folgten 14 Tage Südfrankreich. Beim TransVwest einem 100km langen Eintagesrennen fuhr ich lange Teile in der 6-Mann-Spitzengruppe zusammen mit Julien Absalon und anderen sehr starken Fahrern. Nach mehreren Platten und einer guten Aufholjagd konnte ich auf Platz 9 finishen. Nur fünf Tage später war der Start beim Gravel Roc. Dieses 65km 1200hm lange Rennen ist Teil vom Roc d´Azur. Ich hielt mich die ersten Kilometer in der Spitze mit Granaten wie Jaroslav Kulhavy, Christoph Sauser, Steve Chainel auf. Am Ende, nach einem langen Solo, konnte ich mit dem 5. Platz sehr zufrieden sein. Den klassischen Roc d´Azur (57km) musste ich natürlich mitnehmen. Top 50 wäre möglich gewesen aber nicht mit einem Hungerast kurz vor dem Ziel. Somit war der 62. Rang das Maximum an diesem Tag. Nun bin ich mitten in der Cyclocross Saison. Die Rennen im nahen Elsass laufen sehr gut für mich. Auch konnte ich bei einem sehr spontanen Start zum Deutschland Cup einen 9. Platz einfahren. Für die Crossrennen habe ich nochmals aufgerüstet.

Normalerweise haben gute Crossfahrer mindestens zwei Räder. Ich besitze eins. Allerdings habe ich mir zwei neue Laufradsätze gegönnt (BQ Cycles) und kann somit je nach Bedingung den Matsch- oder Trockenreifen fahren. Das ist immerhin mehr als ich 2016 hatte 😉
Ach ja, die legendäre FUQRS Rennserie durfte ich eröffnen. In Kirchzarten organisierte ich das Opening zu dieser kleinen aber feinen Rennserie. Mehr dazu hier: FUQRS Auftakt

Ergebnisse (seit 24.09.2017)

18. Cyclocross Qiansen Trophy I UCI C1 Peking
23. Cyclocross Qiansen Trophy II UCI C1 Peking
9. MTB TransVwest 100km
5. Gravel Roc 65km
62. MTB Roc d´Azur 57km
3. Cyclo Cross Tour Temps 2 Sport (Wittenheim)
2. Cyclocross de Heimsbrunn
3. Cyclocross de Wattwiller
9. Cyclocross Deutschland Cup Kehl