MTB Trilogy Tschechien

Holger kenne ich bereits von der Swiss Epic 2018. Dort zeigte Holger bereits seine Qualitäten: Super Fahrtechnik und eine unermüdliche Ausdauer.

Da war ich wieder! Zurück im tiefen Osten. Zusammen mit meinem Freund Moritz (der für alle Fotos zuständig war – aber auf keinem Bild drauf ist). Moritz kenne ich aus meiner jüngsten Kindheit. Holger mein “World of MTB” Partner bei der Swiss Epic 2018/19 war ebenfalls Teil unserer Crew.
Wir waren nach langer Fahrt angekommen in Tschechien und freuten uns auf die Teilnahme der MTB Trilogy.
Zu Erst habe ich von diesem Rennen 2014 bei der Sudety in Polen gehört. Damals hieß es, wenn ihr richtige Trails fahren wollt, dann ab zur MTB Trilogy.
2019 sollte es soweit sein.

Ich spendierte meinem Giant Anthem eine 34er Fox mit 120mm und brachiale Trickstuff Picolla Bremsen. Die Variostütze war obligatorisch.

Die Unterkunft auf dem Campingplatz war simple und mit ehrlichem Charme. Wir fühlten uns sehr wohl und waren bereit für das Abenteuer.

MTB Trilogy ist ein 4-tägiges MTB Stagerace. Es startete mit einem 11km langen Prolog und folgte mit 3 Etappen durch das Sudetengebirge. Jede dieser Etappen sollte sehr schwer werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug selten über 14 km/h. Aber genau das machte den Reiz für die 200 Starter aus. Fahren kann man dieses Rennen als Endurorace oder eben in der Marathonvariante. Holger und ich entschieden uns, für die Marathonvariante, wo jeder gefahrene Meter zählt!

Mit der Startnummer ging es auch gleich zum Prolog. die 11 Kilometer lange Runde war ein XC-Kurs deluxe. Kurze Anstiege, technische Abfahrten und passagen, die weniger rollten. Alles in Allem eine sehr gelungenne Runde. Mir gelang eine fehlerfreie Fahrt und mit Platz 3 war der Einstieg sehr gelungen. Auch Holger machte mit dem 8. Platz so einiges richtig.

Prolog: Platz 3 und 8!

Das Rennen war eröffnet und die ersten Eindrücke haben schon mal einen guten Vorgeschmack für das, was kommen sollte gegeben.

Ein Etappenrennen ist anspruchsvoll. Nicht nur das Material muss halten, auch der Fahrer muss sich jeden Tag aufs Neue der Herausforderung stellen. Holger sorgt für die nötigen Kohlehydrate und kocht ein solides Essen. Jetzt im Nachhinein hätte ich genau in diesem Moment noch mehr essen sollen, als der Kopf wollte. Die Folgen nichtgefüllter Speicher, musste ich leider am eigenen Körper spüren.

Die Nächte in dieser kleinen Minihütte waren übel. Die Nächte zuvor, in Deutschland, waren extrem heiß. Hier in Tschechien kühlte es nachts gewaltig ab und ich fror. Diese zwei kalten Nächte zogen sicherlich etwas Energie… Unter den Folgen musste ich auf der ersten echten Stage stark leiden.

Bevor es aber zur Startaufstellung ging, nutzen wir natürlich die Gelegenheit und tranken unseren Kaffee brav aus. Das Gebiss fand ich im Übrigen auf der Prologstrecke. Wer kann mir sagen von welchem Tier? Ich habe nur Vermutungen…

Der Start erfolgte bei bestem Wetter. Das Feld war längere Zeit dicht zusammen, ehe die ersten Anstiege selektierten. Ich konnte mich in der 4-Mann Spitzengruppe halten und genoss die heftigen Abfahrten. Dann erwischte ich eine ungünstige Linie und merkte die spitzen Steine deutlich unter meinen Reifen. Einer dieser Steine zerstach meinen Reifen und ich war gezwungen, den Reifen zu flicken. Weiterhin in den Top10 war ich “back in the Game“. Ich fühlte mich gut und konnte weitere Fahrer wieder einholen. Doch dann ging alles ganz schnell. Meine Kräfte ließen nach und die Wattwerte fielen in den Keller. Der Puls war am Berg selten über 140 und steile Rampen musste ich schieben. Die Verpflegungszonen nutzte ich für ausgiebige Stopps und nahm alles, was das Büfett hergab. Zu dem Hungerast kamen noch Krämpfe. Das Ergebnis trat schon lange in den Hintergrund, es galt nur noch das Ziel zu erreichen. Die tollen Trails konnte ich nicht mehr genießen. Die Konzentration war weg.

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Das Ziel erreichte ich nach 5:15 Stunden, mit einer Stunde Rückstand, auf dem 24. Rang.
Holger schruppte knapp an den Top 10 vorbei. Für mich war klar, ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis ist somit nicht mehr möglich.  

Für mich stand eine schwierige Entscheidung an. Weiterfahren und die Trails genießen? War das möglich? War das sinnvoll? Oder Aussteigen, den Körper von den Krämpfen erholen lassen und neue Ziele setzen? Ich überlegte lange und kam zu dem Entschluss, der mir nicht leicht fiel, das Rennen zu beenden. Ich hatte in den letzten Wochen viele gute Ergebnisse und tolle Momente auf dem Rad. Jetzt war es an der Zeit die Reißleine zu ziehen. Ist die Konzentration nicht mehr bei 100%, dann sind diese Abfahrten einfach zu schwer und zu gefährlich.

Holger hat ein sehr positives Gemüt. Sein Lachen hat auch mich schnell wieder angesteckt. Auch genoss ich die lange Rückfahrt mit meinem Kumpel Moritz und wir hatten noch viel zu erzählen. Holger fuhr das Rennen sehr gut zu Ende und ihm gelang es tatsächlich in die Top10 auf dem 8. Gesamtrang.

Was ich mitnehme, sind Erinnerungen an ein sehr schönes Land, mit sehr freundlichen und aufgeschlossenen Menschen. Eine Veranstaltung, die in den Medien kaum präsent ist, aber zu den schwersten Rennen der Welt gehört. Die Organisation war super. Es mangelte an Nichts und es gab auch nichts Unnötiges. Insgesamt sehr basic. Die Strecken waren top ausgeschildert und an den Verpflegungszonen gab es Kuchen und sogar Trinkflaschen. Wer dieses Rennen fahren möchte, der sollte über eine sehr gute Fahrtechnik verfügen und natürlich das nötige Sitzfleisch mitbringen. Ich kann es nur empfehlen…
Deshalb ist es mir auch wert, nach langer Zeit, einen ausführlicheren Bericht auf meiner Page zu posten.
Fotos von Moritz Schick

UCI Worldseries Marathon Roc Laissac

Lang war die Anreise in den Süden Frankreichs. Über 8 Stunden benötigten wir von Freiburg nach Laissac. Aber Dank der “Stop&Go Marderabwehr” Truppe gestaltete sich zumindest die Autofahrt als sehr unterhaltsam. Hier nochmals ein Dank für die Mitnahme und Betreuung vor Ort.

Das Rennen gehört zur Worldseries und gibt jedem Athleten die Möglichkeit, sich mit einem Top20 Platz für die Marathon WM in der Schweiz zu qualifizieren. Dementsprechend motiviert waren meine Mitstreiter von Stop&Go. Hie sie erwähnt, Niklas Sell (15.), Julian Schelb (17.), Matthias Bettinger (19.) haben ihre Quali geschafft.

Am Vortag stellte sich bei mir kein gutes Gefühl ein. Kopfschmerzen und Nackenverspannungen zogen meine Begeisterung nach unten. Der Regen und die einstelligen Temperaturen trugen nicht zur Erheiterung bei. Aber mit dem Abendessen stieg die Laune. Ich fühlte mich wieder deutlich besser und freute mich sogar auf eine lange MTB Ausfahrt. Die Taktik war klar. Nachdem Benjamin Jörges bereits 2x dieses Rennen beenden konnte, hielt ich mich an seine Ansage: Laaaangsam starten und nach 3 Stunden überleben und nicht sterben. Gesagt getan! Ich reihte mich, in diesem weltklasse Feld, um die Position 30-35 ein und knatterte durch nabentiefen Schlamm und über flowige, angelegte Trails. Bei Temperaturen um die 3°C ging es mehrmals durch kleine Bachdurchquerungen, so dass die Füße bereits nach wenigen Kilometern nass waren. Aber, und da waren wir sicher alle sehr dankbar, der Regen blieb aus! Mit dem Ratschlag vom Jörges konnte ich das konstante Tempo durchhalten und hatte keinerlei Einbrüche. Dieses Rennen ist kein Windschatten-Race, man fährt sein Tempo und wer überzieht, der bekommt spätestens am letzten langen Anstieg auf der Wiese die Quittung. Dieser Anstieg ist so steil, dass Schieben durchaus eine Option war. Im Ziel angekommen, war ich zunächst 22.. Ein Fahrer vor mir war nicht in der offiziellen UCI Rangliste und somit wurde es tatsächlich der 1. Platz bei der Nicht-WM-Norm. Schade, aber ich bin dennoch sehr zufrieden und hatte ein erlebnisreiches Wochenende und bringe ein paar Weltranglistenpunkte mit.
Als nächstes steht das “Giant Germany Offroad“ Teamtreffen in Finale (Italien) auf dem Programm.
Dort werden wir in erste Linie mit den Enduros um die Wette knattern. Ich freue mich sehr, das team wieder zu treffen.

Cami de Cavalls – Top 10 auf Menorca

Was für ein früher Saisonstart in die Radsaison! Eigentlich wollte ich nach der langen Cyclocross Saison (bis zum 23.12.18) nicht wieder so früh aufs Rad. Der Plan war, die Langlaufsaison bei mir im Schwarzwald so lange, wie möglich mitzunehmen und dann ab Mai wieder ins Renngeschehen auf dem Rad dabei zu sein. Aber es kam anders: Lukas Kaufmann, ein Österreicher, kontaktierte ich Mitte November wegen einer Langlaufbindung, die es bei uns nicht zu kaufen gab. 10 Tage später schickte Lukas mir diese aus Österreich nach Deutschland. Der Kontakt war da! Lukas fragte mich im selben Monat, ob ich mir nicht vorstellen könnte, mit ihm in Menorca beim 3-tägigen Stagerace “Cami de Cavalls“ zu starten. Ich zögerte erst… Mir war Anfang März einfach zu früh! Aber Menorca ist für mich unbekannt und der Reiz nach etwas Neuem war dann doch größer. Ich sagte zu! Lukas sah ich dann erst wieder am Flughafen in Menorca. Von dort startete unser fünf Tage dauernder Trip auf der Insel. Wir packten die Räder aus und erkundeten wenige Kilometer auf unbekanntem Gelände. Schnell war klar, es wird steinig. So viele Steine hatte ich noch nie unter den Stollen. Es rollte quasi nichts und Lukas hatte mit seinem Hardtail nicht viel zu lachen. Aber wir waren motiviert.

Der Startschuss fiel am folgenden Tag in Ciutadella. Schnell knatterten die 50 Zweierteams in Richtung Steinlandschaft. Der GR223 wurde von nun an unser Trail. Immer mit Blick auf das Meer und kurz-kurz (Kleidung) war die Motivation ungebrochen hoch. Völlig überrascht von meiner guten Form (ich hatte zuvor 220km auf dem Rad!) konnte ich problemlos das Tempo mit der Spitze mitgehen. Es ist aber auch mein Gelände: Flache, technisch sehr fordende Trails, die immer Druck aufs Pedal verlangen. Lukas litt mit jedem Stein mehr und mehr… Aber er lernt binnen weniger Kilometer eine bessere Linie zu fahren und wir kämpften solange, bis sein Schaltwerk kapitulierte. Ich schob ihn zur Servicestation, wo die Mechaniker den Zug auf Spannung brachten, die Kette kürzten und die Stellschraube ordentlich festzog. Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit, in der Realität waren es 25 Minuten. Ich war demoralisiert! Lukas aber weiterhin motiviert! Es dauerte wenige Meter, bis ich wieder zu alter Stärke zurückfand und wir gemeinsam ein Team nach dem anderen überholten. Auf Platz 16 beendeten wir die erste Etappe. Die Stimmung war dementsprechend getrübt.

Am Port de Mao starten wir wieder bei frühsommerlichen Temperaturen. Wir hielten lange mit den Topteams mit. Mussten aber wieder in den technischen Passagen reißen lassen. Aber mit dem Wissen, dass wir auf den rollenden Abschnitten zu den Besten gehörten, flogen wir über die einfacheren Trails und kamen mit 3 Minuten Rückstand auf dem 2. Platz ins Ziel. Das war der absolute Höhepunkt! Wir beendeten das Stagerace mit einem sehr guten Gefühl. So wurden wir am Ende 7. mit lediglich 2 Minuten auf Platz 5. Das Rennen hatte Höhen und Tiefen und hat uns als Team zusammengeschweißt.

Das 3-tägige Stagerace Camin de Cavalls ist ein Highlight in der frühen Saison. Die Strecken sind sehr kurzweilig und wunderschön. Ständig schweift der Blick auf das Mittelmeer. Der GR223 ist ein anspruchsvoller Wanderweg entlang der Küste. Parallel zum MTB Rennen findet auch ein 3-tägiges Trailrunevent statt. Obwohl wir nur 3200hm und 180km absolviert haben, kam es uns deutlich länger vor. Aber wir waren auch nur mit 17km/h im Schnitt unterwegs. Die Radwahl ist ganz klar ein Racefully mit massiveren Reifen. Die Organisation ist herzlich und sehr routiniert. Die allabendlichen Briefings waren ein Highlight und lockerten jeden engstirnigen Renncharakter auf. Generell hatte ich nicht das Gefühl, dass mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren wird. Es wird bereitwillig Platz gemacht und das Gelände selektiert das Feld.
Ich bereue meine Entscheidung, so früh ins Renngeschehen gestartet zu sein, in keinster Weise!

Fotos: JSaragossa und oriol_batista

Rückblick 2018

Die Saison 2018 war eine gute und auch lange! Ich lief bereits im Januar Langlaufrennen und fuhr mein letztes Cyclocrossrennen im Dezember. Im Juli durfte ich als Gastfahrer für “Embrace the World” bei der 9-tägigen Rennradrundfahrt teilnehmen. das war für mich sportlich eine Herausforderung, lag mein letztes Rennradrennen doch über 3 Jahre zurück.
Um ein paar Highlights zu nennen:

4. Platz Rucksacklauf
1. Platz Gravel Race Ultra Bike Kirchzarten
2. Sudety MTB Challenge Polen
2. Gravel Race Roc d’ Azur Frankreich
2. Mesa Trail Hero (Kurzstrecke)
2. Cyclo Cross Tour de Wittenheim
Vizemeister Ba-Wü Cyclocross
Teilnahme an: Swiss Epic, Engadin Bike Giro, uvm.

Es waren wieder sehr tolle Events!

 

Roc d´Azur und mehr

Schon länger ist es her, dass ich hier etwas aktualisiert habe.
Das liegt zum einen daran, dass ich über andere Kanäle (z.B. World of MTB oder Instagram) poste und zum anderen, dass ich schlicht nicht die Zeit finde. Wie dem auch sei, ich war in der Vergangenheit nicht untätig. Es war sogar sehr spannend! Ich war viel in Frankreich und sogar in China unterwegs. In China durfte ich als Gastfahrer für das Team “Embrace the World“ in die Cyclocross einsteigen. In Peking gab es gleich zwei UCI C1 Rennen mit einer guten Besetzung.

Danach kam in Wittenheim der heimische Crosseinstieg. Ich beendete das Etappenrennen (2x Massenstart, 1x Einzelzeitfahren) auf dem 3. Gesamtrang und durfte zwischenzeitlich das Leadertrikot überstreifen. Es folgten 14 Tage Südfrankreich. Beim TransVwest einem 100km langen Eintagesrennen fuhr ich lange Teile in der 6-Mann-Spitzengruppe zusammen mit Julien Absalon und anderen sehr starken Fahrern. Nach mehreren Platten und einer guten Aufholjagd konnte ich auf Platz 9 finishen. Nur fünf Tage später war der Start beim Gravel Roc. Dieses 65km 1200hm lange Rennen ist Teil vom Roc d´Azur. Ich hielt mich die ersten Kilometer in der Spitze mit Granaten wie Jaroslav Kulhavy, Christoph Sauser, Steve Chainel auf. Am Ende, nach einem langen Solo, konnte ich mit dem 5. Platz sehr zufrieden sein. Den klassischen Roc d´Azur (57km) musste ich natürlich mitnehmen. Top 50 wäre möglich gewesen aber nicht mit einem Hungerast kurz vor dem Ziel. Somit war der 62. Rang das Maximum an diesem Tag. Nun bin ich mitten in der Cyclocross Saison. Die Rennen im nahen Elsass laufen sehr gut für mich. Auch konnte ich bei einem sehr spontanen Start zum Deutschland Cup einen 9. Platz einfahren. Für die Crossrennen habe ich nochmals aufgerüstet.

Normalerweise haben gute Crossfahrer mindestens zwei Räder. Ich besitze eins. Allerdings habe ich mir zwei neue Laufradsätze gegönnt (BQ Cycles) und kann somit je nach Bedingung den Matsch- oder Trockenreifen fahren. Das ist immerhin mehr als ich 2016 hatte 😉
Ach ja, die legendäre FUQRS Rennserie durfte ich eröffnen. In Kirchzarten organisierte ich das Opening zu dieser kleinen aber feinen Rennserie. Mehr dazu hier: FUQRS Auftakt

Ergebnisse (seit 24.09.2017)

18. Cyclocross Qiansen Trophy I UCI C1 Peking
23. Cyclocross Qiansen Trophy II UCI C1 Peking
9. MTB TransVwest 100km
5. Gravel Roc 65km
62. MTB Roc d´Azur 57km
3. Cyclo Cross Tour Temps 2 Sport (Wittenheim)
2. Cyclocross de Heimsbrunn
3. Cyclocross de Wattwiller
9. Cyclocross Deutschland Cup Kehl

Raid VTT 2017 chemins du soleil

Lange war es hier ruhig auf meinem Blog! Das soll jedoch nicht heißen, dass ich in dieser Zeit tatenlos war. Im Gegenteil! Ich habe fleißig intensive Einheiten in Südfrankreich trainiert und bin mit entsprechender Form beim UCI Worldseries Marathon in Houffalize 25. geworden. Ein gutes Ergebnis aber die Top 20 und somit die WM Qualifikation verpasst. Im Anschluss habe ich an meinen Abfahrtseigenschaften gearbeitet und stand im Elsass (Mollau) beim Cannondale Endurorennen am Start. Der 61. Gesamtrang war nicht relevant. In erster Linie ging es um eine gute Technik und darum, Stürze zu vermeiden. Beides glückte mir! Der weitere Saisonverlauf war etwas planlos. Ich nutzte den super schnellgefahrenen Waldhaus Bikemarathon (Platz 7) um nach längeren Ausfahrten wieder Intensität zu trainieren. Der Grund: Kurzfristig bekam ich die Zusage, zusammen mit Andreas Kleiber, beim RAID VTT Les Chemins du Soleil in Südfrankreich zu starten. Ab jetzt war ich nicht mehr planlos! Dieses Rennen geht über vier Tage und beinhaltet neben dem Nachtprolog (23km 880hm) drei lange Etappen von Taulignan nach Gap. Bereits 2015 war ich bei diesem Rennen. Leider musste ich damals zusammen mit Benjamin Joerges das Rennen aufgeben. Das schlechte Wetter und eine Entzündung beim Benjamin machten eine Weiterfahrt unsinnig.

Dieses Jahr sollte es anders kommen! Sonne satt!
Das Starterfeld war beeindruckend. Viele gute europäische Namen bildeten 2er Teams… Beim Briefing wurden die Favoriten vorgestellt. Für uns war eine Top10 Platzierung realistisch.
Top10 sollte es auch beim Nachtprolog werden, so dass wir am Folgetag aus dem ersten Startblock starten können. Wir finishten auf dem 5. Platz und haben bereits auf der folgenden Königsetappe mit 3200hm und einer Fahrzeit von 5 Stunden 35 Minuten das Podium nur knapp verpasst. Andreas Kleiber fuhr ein starkes Rennen und kämpfte mit mir auch am Folgetag auf den 4. Platz. In der Gesamtwertung waren wir nun auf dem 3. Rang. Dementsprechend hart wurden wir auf der Schlussetappe nach Gap attackiert. Wir hielten den Druck aus und erreichten als 2. Team den Tagesabschnitt. Der 3. Gesamtrang war am Ende (nach über 9000 Höhenmter) eine absolute Krönung für unser Team und ein super tolles Event.

Crédits photos : Cyril Crespeau – Raid VTT Chemins du Soleil

Offroad Finnmark: Sieg in Norwegen beim OF150

Deutlich nördlich des Polarkreises habe ich es mir nicht nehmen lassen, an einem 150km Mountainbikerennen durch die Tundra teilzunehmen. Zusammen startete ich mit 120 anderen Teilnehmern in Alta der Hauptstadt von Finnmark in das Abenteuer. Die Strecke verlief teilweise entlang des weltberühmten Alta Flusses, in dem Amerikaner und Engländer gerne gegen eine Tageslizenz von deutlich über 1000€ Lachse fischen gehen. (Ich habe Bilder gesehen, auf denen 28kg schwere Lachse aus diesem Fluss geangelt wurden.) Nach einem längeren Anstieg, bei km 50, konnte ich mich, zusammen mit Matthias Glaser, vom Feld absetzen. Ständige Matschgräben und Flussdurchquerungen zogen die Geschwindigkeit deutlich nach unten. Erschwerend kam hinzu, dass sich die Fahrer mit einem GPS-Navigationssystem selbstständig den Weg finden mussten. Die Locals nutzen ihren Heimvorteil dabei gut aus und versuchten die Lücke zu Sönke immer wieder zu schließen. Ein Tracker, der regelmäßig Signale sendete, verriet den Veranstaltern, dass man sich auf der Strecke befand. Matthias hatte mehrfach Probleme mit seinem Bike und hat mich ziehen lassen müssen. Nach 8 Stunden und 30 Minuten erreichte ich als Erster das Ziel in Alta und ist somit bin ich erster Sieger auf dieser Strecke, die ihr Debüt erfolgreich bestanden hat. Rennen dieser Art liegen mir! Die Motivation, so ein langes Rennen zu meistern, besteht darin, dass es landschaftlich einmalig ist. Es ist ein Privileg so hoch im Norden Rennen zu fahren und ein Abenteuer dazu. So ein langes Rennen kostet enorm viel Energie (mental und auch physisch). Daher habe ich noch ein paar Tage Urlaub in Norwegen drangehängt.

7. Enduro2 – 11. BC Bike Race

Ja, es ging gewaltig ab in der letzten Zeit. Da es aber direkt weiter geht (Mittwoch geht´s nach Norwegen zu einem 150km Marathon Offroad Finnmark), habe ich aktuell wenig Zeit um meinen Blogeintrag zu schreiben. Einen ausführlichen Enduro2, BC Bike Race Bericht wird es in den kommenden World of MTB Magazinen geben. Einen Zugspitzberglaufbericht habe ich für den Blog von Sportograf geschrieben, der sollte auch diese Woche online gehen.
Ich werde euch hier über die Veröffentlichungen informieren.

Sieg bei der Roc Trophy in La Clusaz

Roc des Alpes bildet zusammen mit Roc des Ardennes in Belgien und Roc d´Azur in Frejus die Roc Series. Nachdem ich bereits beim Eintagesrennen in den Ardennen den zweiten Platz einfahren konnte, zog es mich zur 4. Teilnahme nach Frankreich. La Clusaz ist ein wunderschöner Wintersportort, der auch auf Weltcuptauglichkeit im Skilanglauf für geeignet getestet wurde.
Die Veranstaltung bietet viele Rennformate, an denen sich in der Summe über 4500 Teilnehmer angemeldet hatten. Ich habe mich für die Roc Trophy entschieden. Dieses Rennen besteht aus drei Einzelrennen, die in der Summe eine Wertung ergeben. Aber jedes einzelne Rennen hat auch Teilnehmer, die eben nur dieses Eintagesrennen fahren.

Die letzten Tage waren auch hier geprägt durch reichlich Niederschlag und dementsprechend extrem rutschigen Trails, die teilweise längere Schiebepassagen mit sich brachten. Ich entschied mich für den Maxxis Beaver Reifen, der eine sichere Bank bei diesen Bedingungen bietet.

Den ersten Renntag erlebte ich als gelungenen Auftakt. Es galt vier Stages möglichst schnell zu durchfahren. Ähnlich dem Enduroformat. Nur hatte es ebenso viele Up- wie Downhillmeter.
Mit nur 23 Sekunden wurde ich zweiter. Der zweite Tag war ganz klar das Sahnestück: Ein Worldseries Marathon über 73km. Die Strecke war knallhart! Lange Anstiege, super schwere rutschige Trails und viel Schieben. Ich beendete auf Platz 6 das Rennen und holte mir somit direkt die Marathon WM Qualifikation (Top 20). Auf meine Konkurrenz Tao Quemere (Rennradfahrer) fuhr ich fast 14 Minuten raus.

Am Folgetag brauchte ich für die 42km 2:45 Stunden. Daran erkennt man, wie hart diese Strecke war. Sowohl am Samstag, wie auch am Sonntag wurde die Strecke aufgrund der Niederschläge, sinnvollerweise, gekürzt. Kraftmäßig sah es bei mir am Sonntag zunächst nicht rosig aus. Immer wieder verlor ich Positionen am ersten langen Anstieg und hatte mit der Höhe zu kämpfen. Da Quemere am Vortag einen Platten hatte, wusste ich, dass ich mir nicht viele Schwächen leisten konnte. Im Downhill konnte ich immer wieder aufschließen und knapp vor ihm auf dem 13. Tagesrang meinen Gesamtsieg feiern.    pics by Roc des Alpes A.S.O