Alpentour Trophy Schladming

Von Donnerstag bis Sonntag fand in Schladming die Alpentour Trophy statt.. Mit meinem Freund und Teampartner Lukas Kaufmann aus Österreich durfte ich an den 4 Etappen insgesamt 200 Kilometer mit mehr als 10 000 Höhenmeter zurücklegen..

Ich bediene mich hier aus dem Pressetext von Lukas Kaufmann:

“Der Wetterbericht lag wieder einmal nicht richtig und so gab`s statt dem angekündigten Regen täglich traumhaftes Bike-Wetter.. 🙂

Jeden Tag machten wir uns in eine andere Himmelsrichtung auf den Weg und sahen so unglaublich viele Highlights in dieser wunderschönen Gegend: Türlwandhütte am Dachstein, Rittisberg, Reiteralm, Giglachseen, Hauser Kaibling, Planai-Downhill und vieles mehr.. Der Start erfolgte immer im berühmten Planai-Stadion, also dort wo am 25. Jänner 2022 hoffentlich wieder der berühmteste Ski-Nacht-Slalom der Welt endet.. Bis auf das Bergzeitfahren am letzten Tag ist dort auch immer das Ziel und die letzten Meter auf der Bike-Park-Strecke lassen einem immer mit einem Lächeln im Gesicht über die Ziellinie fahren, ganz egal wie anstrengend der Tag davor war.. 🙂

Ein weiteres Highlight der ALPENTOUR ist bestimmt auch das tägliche gemeinsame Abendessen und die Siegerehrung, da kann es leicht passieren dass ein/e Welt- oder Europameister/in als eine/r der über 300 Teilnehmer aus der ganzen Welt neben dir sitzt..
…..

So konnten wir jede Etappe auf dem zweiten Platz – nur auf der letzten Etappe wurden wir drittes Team – beenden und diesen Platz erreichten wir auch souverän in der Gesamtwertung..”

DANKE Lukas für 4 unvergessliche Tage am Bike!!

Deutscher Meister EMTB 2022

Nach dem Vizemeistertitel 2020, also ich mit wenigen Sekunden hinter Jochen Käß das Ziel erreichte, war die Mission für 2021 klar. Ich wollte Deutscher Meister EMTB werden. Die Strecke wurde nahezu verdoppelt und hatte nun 68km und 1400hm. Wie immer wurde das Rennen mit dem Ebike, das bis 25 km/h unterstützt, extrem schnell gefahren. Am Ende hatte ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 31,3 km/h auf dem Tacho. Das War nochmals etwas schneller als 2020 und das obwohl die Strecke länger und deutlich nasser war. Hier sieht man, das Rennen wird nicht in der Komfortzone gefahren sondern immer im roten Bereich. Dementsprechend glücklich bin ich, dass ich mich mit dem Deutschen Meistertrikot vom BDR schmücken darf.

Spannend für mich war, dass ich das brandneue Giant Reign E fahren durfte. Das Rad kam erst am Vortag bei mir an und musste demensprechend für die Rennstrecke optimiert werden. So habe ich die massive 170mm Federgabel gegen eine teifere und leichtere 120mm Gabel getauscht. Dennoch ließ ich die Geometrie unverändert und fuhr das Mullet-Set-Up (29 & 27.5 Laufräder). 

Das Rennen starte sehr flott und ich konnte mich am ersten Berg bereits mit drei Mitstreitern absetzen. Nach 15km konnte ich am Anstieg die entscheidende Lücke reißen und zum Sieg fahren. 

Ein unvergessliches Highlight war die Trikotübergabe und die Nationalhymne auf dem Podium zu hören.  

Sieg beim Offroad Finnmark 300

Sieg beim 300km MTB Rennen zusammen mit Noah Pettersen

Das längste MTB Rennen (und auch die längste Radeinheit) durfte ich in der wunderschönen Finnmark erleben. Zusammen mit dem jungen Norweger Noah Pettersen gewann ich die 300km vom Offroad Finnmark. Die Sonne machte die Nacht zum Tag und wir beendeten nach knapp 19 Stunden das bisher längste Abenteuer. Was für ein Race. 

Ich habe versucht die Eindrücke und Erlebnisse in diesem Video wiederzugeben. 

Appenninica MTB Stage Race

7 Tage Stage Race im Jahr 2020???

Jawoll es ging. Das Appenninica MTB Stage Race wurde von Juli auf Oktober verschoben. Unter großen Corona-Auflagen fand das Etappenrennen im Herzen Italiens, in der Region Emilia Romagna, statt. Meine Anmeldung ging bereits im Januar für die zweite Auflage raus.
Damals war Corona, für mich, noch unbekannt und das Austragungsdatum war für Anfang Juli gedacht. Als Italien dann massive Einschränkungen durch Covid-19 erhielt, wurde auch das Etappenrennen zunächst stillgelegt. Ein Ausweichdatum war aber schnell definiert und die Rennsaison wurde mit einem XL-Stagerace verlängert. 

Die Appenninen sind weitgehend unbekannt und unter den Mountainbikern fast nicht auf dem Radar. Doch mit dieser Geheimhaltung wird man dieser Region (Emilia Romagna) nicht gerecht. Hier finden die Wanderer und Biker ein Trailnetz, das seines Gleichen sucht. Die Region ist dünnbesiedelt. In der Natur trifft man höchstens auf Schäfer, vereinzelt Trailrunner oder Pilzsucher. Dafür trifft man auf technisch fordernde Abfahrten und Ausblicke, die den Horizont mit dem Mittelmeer verschmelzen lassen.

Das Starterfeld war ursprünglich mit 110 Startern schon übersichtlich, Corona lies jedoch einzelne Starter nicht einreisen und somit begann der Prolog mit nur 70 Teilnehmern. In diesem Starterfeld befand sich aber eine kleine auserlesene “Creme de la Creme“ der Rennsportszene.
International sicherlich hervorzuheben waren der Portugiese Tiago Ferreira, der Holländer Hans Becking, der Franzose Joseph De Poortere, der Spanier Milton Ramos, der Italiener Lorenzo Samparisi oder auch der Vorjahressieger Lukas Kaufmann aus Österreich. Bei den Damen stand mit Esther Süss eine Schweizerin am Start, die wie Ferreira auch schon Weltmeister/in war.

7 Tage – 7 Etappe – 447km – 15.945hm
Diese Zahlen waren die Basis für eine intensive Woche auf dem Bike.
Wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 17km/h lag, dann ist klar, es war auch eine lange
Woche im Sattel.

Jede Etappe war ein Highlight. Mal war es der Ausblick, mal der 15km lange Trail über den Bergrücken, die technisch fordernden Abfahrten oder wie auf der 6. Etappen der Matsch.
Hier würde ich gerne kurz ausholen. Es handelte sich um Matsch, der besser den Begriff Lehm oder Beton verdient hat. Die Nacht vor der dieser Etappe hatte es sintflutartig geregnet. Die Anstiege und Abfahrten waren dadurch natürlich sehr rutschig. Aber was dann kam, das habe ich noch nie erlebt. Die Laufräder blieben in der aufgeweichten Erde stecken. Diese Erde klebte nun auf den Reifen, Rahmen und zwischen Rahmen und Reifen. Es drehte sich Nichts mehr. Ein Vorankommen war ausgeschlossen. Hatte man den Lehm entfernt, setzten sich die Reifen wenige Meter später wiederholt komplett zu. Das Bike tragen war eine Option, nur wog das Rad schlagartig 10kg mehr.
Ich stand in Pfützen und reinigte mein Bike. Ich trug es über die Matschfelder und verlor im selbigen fast meine Schuhe. Es war eine bemerkenswerte Etappe!

Nochmals einen Blick auf die Orga. Es wurde alles für uns Mögliche geleistet, dass wir coronakonform
teilnehmen konnten. Vor jedem Start wurde die Temperatur gemessen, Masken wurden ausgeteilt und bis kurz vor dem Start getragen, Verpflegungszonen wurden besonders vorbereitet usw.
Auch die Übernachtungsmöglichkeiten wurden angepasst. Mehr Hotelzimmer, bzw. ausreichend Platz in den Turnhallen war gegeben.

Zurück zu meinem Rennen: Ich fuhr ein solides, konstantes Rennen. Ich konnte die Queenstage mit 110km und 4330hm auf Platz 5 beenden. Mein Gesamtergebnis war nach 7 Tagen und über 25 Stunden, der 6. Rang. Auf der Ergebnisliste sieht man, wie eng es in den Top10 zuging.

Resümee: Es war natürlich ein Privileg in dieser Saison an so einem langen Stagerace teilnehmen zu dürfen. Die Organisatoren haben alles Erdenkliche ermöglicht, um das Rennen für jeden Teilnehmer möglichst sicher zu gestalten. Die Etappen setzten eine gute Radbeherrschung voraus, die Ausdauer musste natürlich stimmen. Wer die Marschtabelle nicht einhalten konnte, der wurde aus dem Rennen genommen (ein Start am Folgetag war ohne Wertung möglich). Die Verpflegung war super. Frühstück gab es im Hotel oder der Turnhalle. Nach den Etappen war die Zielverpflegung üppig. Vegetarier kamen voll auf ihre Kosten. Eine weitere warme Mahlzeit folgte am Abend.
Wer in Europa nach einem familiären Etappenrennen sucht und sich die genannten Infos zutraut, der wird hier nicht enttäuscht. 2021 fällt der Startschuss Mitte September.

Diese Parmesan (48kg schwer) war Grundnahrungsmittel der kommenden Woche

Ein weiterer, nicht unwesentlicher Effekt ist, dass man bei einem Rennen wie diese, viele Freunde wieder trifft. Es macht einfach Spaß gemeinsam etwas zu erleben und im Anschluss Anekdoten auszutauschen.

Fotos
The Outdoor Lab
Michael Chiaretta
Marius Holler
Francesco Narcisi
Alyona Blagikh 
// The Outdoor Lab

Internet:
Appenninica MTB Stage Race

Deutscher Vizemeister Ebike MTB

Die erste offizielle Deutsche Meisterschaft auf dem Ebike ist in den Büchern!
Ich war dabei und wurde Vizemeister!

Technische Abnahme!

Bereits letztes Jahr bin ich mit meinem “Giant Germany Offroad Team“ bei der inoffiziellen DM in Bad Wildbad gestartet. Dabei ging es über fünf unterschiedliche Wertungen. Dieses Jahr schaltete sich der Bund Deutscher Radfahrer in das Geschehen ein und nahm zunächst die Ausdauerdisziplin in ihr Programm auf. In der Eifel beim Vulkan Bike Marathon in Daun mussten die Ebiker 38km und 900hm bewältigen. Eigentlich ein Witz für die Marathon-Cracks aber man wollte auf “Nummer Sicher“ gehen und Chancengleichheit schaffen. Der Akku musste oder vielmehr sollte auf der Gesamtstrecke ausreichen. Das Rennen wurde dennoch ein Rennen, das dem eines Marathons gleich kam. Es ging vom ersten Meter, nach der Neutralisation mit Masken, mit vollem Tempo die Anstiege hoch.
Das Ebike wurde im Vorfeld kontrolliert. Somit war keine Unterstützung über 25 km/h zulässig.
Hier hat keiner getrickst…. Zumindest im Rennen waren keine “Überflieger“ auffallend dabei. Jeder hatte gleichermaßen zu kämpfen und musste mit seiner Leistung das Rennen bestimmen. So bildete sich nach dem zweiten Anstieg eine 3-Mann Gruppe mit dem späteren Sieger Jochen Käß, Sven Baumann und auch ich war dabei.
Mein Ebike ein Giant Reign E+ ist ein reinrassiges Enduro. Mit 160mm Federweg (vorne und hinten) gehört es ganz klar ins grobe Gelände. Dennoch fuhr es sich erstaunlich gut auf den schnellen Schotterabschnitten und kletterte fleißig die Anstiege hoch. Im Vorfeld habe ich den Lenker, Vorbau, Reifen gewechselt und die Gabel gegen eine 120er getauscht. Die Geometrie passte perfekt.
Im Rennen fuhren wir jeden Meter mit der maximalen Unterstützung, zumindest bis 25km/h. Aber entscheidend war die eigene Leistung, die den Unterschied ausmachte.

Vorne Sven Baumann, hinten Jochen Käß.(Foto: Sportograf)

Zurück zum Rennen; Wir fuhren einen Schnitt von 32! Die Trails brachten die Entscheidung.
Zusammen mit Jochen konnte ich mich etwas absetzen. Wenige Meter in Führung liegend, fiel meine Kette vom Kettenblatt und kostete mich den Anschluss. Auf den letzten drei flachen Kilometern kam ich nochmals bis auf vier Sekunden an Jochen ran. Aber Profi, wie er ist, verwaltete er den Abstand bis ins Ziel und fuhr seinen vierten Deutschen Meistertitel (MTB, Ebike) ein.
Ich bin dennoch sehr glücklich über den zweiten Platz, so hat sich die lange Anreise in die Vulkaneifel gelohnt.

Sobald das Bike über 25km/h fuhr, musste die eigene Leistung stimmen!

Resümee: Es hat sehr viel Spaß gemacht! Das Rennenfahren war der Hammer! Immer drauf….
Super schnell! Die Kunst bestand darin, das schwere Bike sauber in den Abfahrten zu kontrollieren.
Die schnellen Reifen rutschen massiv und häufig aus dem Kontrollbereich.
Ob es das ultimative Rennformat war, das kann man hinterfragen. Es war von Beginn an klar, dass der Akku kein limitierender Faktor war. Spannend wäre es, wenn die Strecke deutlich länger gewesen wäre und man vorausschauend die Akkuleistung nutzen müsste. So würden illegale Unterstützungen über 25km/h die Akkuleistung saugen und sich später auch rächen. Auch steilere, technischere Anstiege, Abschnitte wären dem Ebike angemessen. Die Bikes robben jede steile Waldschneise hoch, wenn man es kontrollieren kann. Also Vorsprung durch Skills und nicht nur durch E-Technik.
Vollgas Offroad!
Auch im Vorfeld muss die Technik der Bikes klarer beschrieben werden. So war im offiziellen BDR Formular u.a. von E- Pedelec die Rede, von einem festen Akku (Hinweis: Man kann externe Akkus anbringen, die auch fest sind). Ebike ist im Rennsport am Anfang. Es wird spannend sein, wohin sich diese Bike-rennvariante entwickelt. E-Endurorennen sind mittlerweile fester Bestandteil der EWS.
Die Industrie verkauft Ebikes, wie kein anderes Rad. Daher ist von dieser Seite der Weg schon geebnet. Mal sehen, wie die Rennszene agiert bzw. reagiert.
Ich bin froh, dass ich zusammen mit 25 anderen Teilnehmern, ein Teil der Geschichte war.     

Podium: Männer: 2. Wegner, 1. Jochen Käß, 3. Sven Baumann. Frauen: 1. Alina Bähr, 2. Janina Baumann, 3. Ariane Blaschzyk (Foto: Andrea Gutmann)

2. Etappe Engadin Bike Giro – Olympia Trail

Auf der zweiten Etappe vom Engadin Bike Giro 2020 hatten wir vom Start weg Regen. Die Strecke mit 72km und 2550hm ging hinauf bis auf 2500m.ü.nn. Die Temperaturen waren in dieser Höhe knapp über dem Gefrierpunkt. Dennoch ein Highlight! Der ca. 12 Minuten lange Trail von Corviglia nach Salastrains oberhalb von St. Moritz ist eine für Biker gebaute Strecke. Die Anlieger passen perfekt und der technische Anspruch hält sich in Grenzen. Also ideal um nach über zwei Stunden Renndauer dort einzubiegen. Die Filmcrew von frameworks.tv hat mich dort hinab begleitet. Schaut es euch an!

Tschechien / Schweiz 6 Renntage in 10 Tagen

Mit Platz 2 konnte ich bereits beim Snow Bike Festival im Januar ein gutes Ergebnis vorweisen. Und ich hatte dort bereits eine kleine Rundfahrt in den Beinen. Immerhin!! Dass danach der Lockdown kam, war zu diesem Zeitpunkt undenkbar.

Corona warf die Rennsaison ganz schön durcheinander. Sämtliche Rennen wurden gestrichen oder sind verlegt. Die Rennfahrer blieben aber nicht untätig. Das zeigte sich bei den ersten Rennen mehr denn je. Jeder wollte gleich richtig schnell fahren. Die Profis fühlten sich in der Schuld, ihre Sponsoren bestmöglich zu vertreten und der Hobby hat die Coronazeit genutzt, um seinen Kilometerstand neu zu eichen.

Ich fuhr mit ein paar Freunden aus Freiburg nach Tschechien. Unser Nachbar war der erste, der ein reguläres Etappenrennen für die Sportler ermöglichte. Das Rennen: MTB Trilogy besteht eigentlich aus einem Prolog und drei Etappen. Dieses Jahr musste coronabedingt die Polenetappe ersatzlos gestrichen werden. Dennoch erwies sich dieses Rennen als das härteste, das ich je gefahren bin. Die Rede ist weniger von der Länge, sondern vom technischen Anspruch. Die Krone der Herausforderung an Biker und Material wird an die “MTB Trilogy“ vergeben. Ich liebe das!
Schnell war klar, dass die Krone der schnellsten Biker an die Weltklasseathleten Filip Adel, Michal Kanera und Hans Becking vergeben wird. Ich fuhr ein sehr gutes, defekt- und sturzfreies Rennen auf Platz 11.

Rückreise – Abreise und vier Tage später ein komplett anderes Rennen.
Ich startete auf 1700m. ü. NN. beim Engadin Bike Giro. Dieses Rennen ist kein Geheimtipp! Dieses Rennen ist von den Veranstaltern Sauser GmbH über mehrere Jahre zu einem “Stell-dich-ein“ der europäischen Rennszene geworden. Nicht nur top Langstreckenspezialisten sind am Start, sondern auch vermehrt die Elite aus dem Crosscountrysport. So natürlich in diesem Jahr, mehr denn je.
Für viele war es das erste Rennen 2020. Dementsprechend war das Starterfeld angespannt und hochmotiviert. Die Erste Etappe glich einem Cyclocrossrennen mit Berg. Also von der ersten Minute direkt All-Out! Ich kämpfte mehr mit der Höhe und der Restmüdigkeit als gegen die Konkurrenz.
Ich finishte irgendwo auf Platz 50. Auch die kommenden zwei Etappen war die Leistung im oberen Bereich maximal beschränkt. Aber ich fühlte mich bereits an der zweiten Etappe deutlich besser.
Nach Sonnenschein am Vortag folgte Regen und 2°C auf 2500m. Ein Kontrast, der aber der Strecke gut tat. Sie war weniger rutschig und der Reifen packte besser zu. So langsam merkte ich die Corona-Kilometer und ich konnte auch auf der letzten Stage ein gutes Rennen fahren. Zwar mit geringer aber dafür konstanter Leistung beendete ich die Rundfahrt auf Platz 45.

Wie es weiter geht, dass kann ich noch nicht sagen. Zunächst brauche ich ein paar Ruhetage. Die letzten 10 Tage waren enorm anstrengend. Immerhin war es wieder möglich, eine Startnummer anzupinnen und seiner Leidenschaft, das Rennfahren, nachzukommen. Die aktuelle Corona-Pandemie ist immer noch allgegenwärtig und macht es den Sportveranstaltern nicht leicht, Entscheidungen zu treffen. Dem Sportler bleibt nur abwarten und die Natur zu genießen. 

Ab auf’s Treppchen in Gstaad

Drei Tage Rennen.
Drei Tage auf Eis und Schnee. In Gstaad in der Schweiz hatten wir im Januar mehr Winter, als im Südschwarzwald. Für mich war Mountainbiken auf geschlossener Schneedecke absolutes Neuland. Umso erstaunlicher mein gutes Abschneiden. Der zweite Platz hinter Joris Ryf und vor Daniel Gathof war auf jeden Fall ein toller Einstand in die MTB-Saison 2020. Leider sind die Langlaufrennen bisher alle gestrichen worden. Es mangelt nun auch am ersten Februarwochenende an Schnee. Ich rolle weiterhin durch den Wald und bereite mich auf Menorca 360° vor. Im März werde ich zusammen mit Daniel Gathof im Zweierteam dort starten.
Fotos: Igor Schrifris

Der Saisonanbschluss an der Cote d´Azur

Roc d´Azur, das MTB Festival immer im Oktober, bietet seit über zehn Jahren meinen Saisonabschluss. Hier an der Cote d´Azur kann ich Urlaub mit Freunden und Gleichgesinnten genießen und gleichzeitig an hervorragenden Rennen teilnehmen. Vor zwölf Jahren machte ich das Gelände um Frejus noch mit dem Hardtail unsicher, aber die Zeiten uns das Material ändern sich. Mittlerweile kann ich mir dieses Gelände nicht mehr ohne Racefully vorstellen. Viele lose und verblockte Steine, ein Gelände, das ständig neu ausgewaschen ist und selten Möglichkeiten der Erholung bietet, da gönne ich mir den vollgefederten Luxus.

Dieses Jahr machte eine Erkältung in der Rennwoche einen kleinen Strich durch die Rechnung. Gemeldet war ich bei vier Rennen. Am Ende waren nur zwei für mich möglich. Ich legte den Fokus auf die Hauptrennen mit jeweils mehreren tausend Teilnehmern. So stand ich bereits um 7.30 Uhr am Freitag mein UCI Roc Marathon, mit den besten der Szene (inkl. Weltmeistern), am Start. Ich fuhr ein zufriedenstellendes Rennen und landete auf einem 49. Rang. Somit wurde ich meiner zweiten, zugeteilten Startreihe gerecht.

Der Ruhetag reichte gerade so, dass ich bereit für das Hauptrennen am Sonntag war. Als UCI XC Rennen deklariert wird der Roc d´Azur auf eine 52km lange Schleife geschickt. Dieses Rennen ist prestigemäßig das Highlight. Ein Sieg hier gleicht dem Ritterschlag in der Ausdauerszene.
Zu den guten Marathonprofis gesellten sich noch ettliche Crosscountryprofis an die Startlinie. Dementsprechend schnell und hektisch war die Startphase. Ich erwischte kein gutes Hinterrad und musste bereits nach wenigen hundert Metern durch einen Sturz (von einem Vordermann) vom Rad.
Das Überholen gestaltete sich als sehr schwierig und so musste ich bis zum ersten Anstieg warten, ehe ich ein paar Positionen wieder gut machen konnte. Die folgende Abfahrt kam mir aber noch mehr entgegen und ich kam erstmals in die Top70 zurück. Durch eine konstante Leistung, konnte ich Gruppen halten und mich “hier und da“ etwas nach vorne arbeiten. Der Spaßfaktor war immens! Nach jeder Kurve kam ein neues Highlight. Mir wurde nie langweilig und meine Motivation war voll da.

Der 56. Gesamtrang ist der Lohn der Mühe. Wobei sich die Mühe dieses Jahr nicht nach Arbeit, vielmehr nach einem echten Vergnügen angefühlt hat. Ich war schon deutlich fertiger im Ziel.
Das Schönste und Beste an all dieser Rennfahrerei war auch dieses Mal das gemeinsame Drumherum. Mit Freunden die Tage verbringen und beenden, besser geht es nicht.

Jetzt heißt es, den Herbst hier im Schwarzwald genießen und eventuell das ein oder andere Crossrennen mitnehmen. Die Motivation ist auf jeden Fall weiterhin vorhanden.

Sportograf, die Fotografen meines Vertrauens, haben auch beim Roc ganze Arbeit geleistet. Mir fiel es schwer, eine gute Auswahl zu treffen und habe gleich sehr viele Fotos in diesen Beitrag gepackt.
(Ist ja mein Blog, da kann ich auch Pics von mir posten, bis man sie nicht mehr sehen kann. )

Epic Israel – 4 Tage in Galiläa

Nach 2015 stand ich nun zum zweiten Mal beim Epic Israel am Start. Zusammen mit Holger Schaarschmidt, den ich bereits als Teampartner bei der Swiss Epic hatte, nahmen wir dieses Abenteuer in Angriff.

Bereits 2015 hat mir die professionelle Umsetzung der Veranstalter sehr gut gefallen. Aber mit dem UCI S1 Status, so unmittelbar vor Olympia, haben die Organisatoren noch einen draufgesetzt. Helikopteraufnahmen, die jede Etappe Live auf den PC bzw. TV brachten, dazu eine Moderation, die ihres Gleichen sucht und Essen, das für Vegetarier nach Mehr schmeckt. Also rundum sehr gelungen.

Wir starteten gut in den Prolog und konnten ein hohes Tempo einschlagen, vielleicht zu hoch. Denn Holger musste nach 5 von 20km das Tempo etwas rausnehmen und konnte keine Führung mehr fahren. Wir kletterten auf die Alten Stadtmauern von Akko und buddelten im Sandstrand bis zum Ziel. Mit Platz 23 kamen wir jedoch in einem Fahrerfeld mit 17 Landesmeistern solide unter.

Am Folgetag waren die Rollen exakt umgekehrt. Holger musste für das Tempo sorgen und zog mich durch das Hinterland von Galiläa. Meine Akkus haben sich über Nacht nicht aufgeladen. Durchfall und Party im Hinterhof waren nicht förderlich für eine gewünschte Regeneration.  
Trotzdem fuhren wir mit Platz 19 unser bestes Tagesergebnis.

Die zwei letzten Etappen genossen wir häufig in Begleitung mit den deutschen Paul Häuser und Niclas Rankert. Die Jungs fuhren ein ähnliches Tempo und man konnte sich gegenseitig unterstützen.
Wobei Rankert wie gemacht für die Ebene ist und somit der Mann der letzten Kilometer war. Der 22. Gesamtrang von 300 Teams stellt uns sehr zufrieden.

Man könnte nun von Stage 4 sprechen, wenn man das Eincheck in den Flieger von Tel Aviv nach München betrachtet. Jeder Teilnehmer musste am Flughafen eine sehr (sehr) aufwendige Sicherheitskontrolle überstehen und hoffen, dass sein Rad mitfliegen durfte. Hier sei gewarnt: Lasst besser den Laptop daheim, packt den Radkoffer übersichtlich und nehmt euch sehr viel Zeit!

Ach ja, bevor wir natürlich das Heilige Land verlassen durften, haben wir noch ein bisschen Zeit in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv verbracht. Tel Aviv und Jerusalem, zwei Städte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jerusalem ist sehr durch die Religionen geprägt, während Tel Aviv mehr in der Zukunft lebt. Beides kulturelle Highlights, die man sehen muss, wenn man die Möglichkeit hat.

Pics by Ronen Topelberg
http://www.epicisrael.org.il