Der Saisonanbschluss an der Cote d´Azur

Roc d´Azur, das MTB Festival immer im Oktober, bietet seit über zehn Jahren meinen Saisonabschluss. Hier an der Cote d´Azur kann ich Urlaub mit Freunden und Gleichgesinnten genießen und gleichzeitig an hervorragenden Rennen teilnehmen. Vor zwölf Jahren machte ich das Gelände um Frejus noch mit dem Hardtail unsicher, aber die Zeiten uns das Material ändern sich. Mittlerweile kann ich mir dieses Gelände nicht mehr ohne Racefully vorstellen. Viele lose und verblockte Steine, ein Gelände, das ständig neu ausgewaschen ist und selten Möglichkeiten der Erholung bietet, da gönne ich mir den vollgefederten Luxus.

Dieses Jahr machte eine Erkältung in der Rennwoche einen kleinen Strich durch die Rechnung. Gemeldet war ich bei vier Rennen. Am Ende waren nur zwei für mich möglich. Ich legte den Fokus auf die Hauptrennen mit jeweils mehreren tausend Teilnehmern. So stand ich bereits um 7.30 Uhr am Freitag mein UCI Roc Marathon, mit den besten der Szene (inkl. Weltmeistern), am Start. Ich fuhr ein zufriedenstellendes Rennen und landete auf einem 49. Rang. Somit wurde ich meiner zweiten, zugeteilten Startreihe gerecht.

Der Ruhetag reichte gerade so, dass ich bereit für das Hauptrennen am Sonntag war. Als UCI XC Rennen deklariert wird der Roc d´Azur auf eine 52km lange Schleife geschickt. Dieses Rennen ist prestigemäßig das Highlight. Ein Sieg hier gleicht dem Ritterschlag in der Ausdauerszene.
Zu den guten Marathonprofis gesellten sich noch ettliche Crosscountryprofis an die Startlinie. Dementsprechend schnell und hektisch war die Startphase. Ich erwischte kein gutes Hinterrad und musste bereits nach wenigen hundert Metern durch einen Sturz (von einem Vordermann) vom Rad.
Das Überholen gestaltete sich als sehr schwierig und so musste ich bis zum ersten Anstieg warten, ehe ich ein paar Positionen wieder gut machen konnte. Die folgende Abfahrt kam mir aber noch mehr entgegen und ich kam erstmals in die Top70 zurück. Durch eine konstante Leistung, konnte ich Gruppen halten und mich “hier und da“ etwas nach vorne arbeiten. Der Spaßfaktor war immens! Nach jeder Kurve kam ein neues Highlight. Mir wurde nie langweilig und meine Motivation war voll da.

Der 56. Gesamtrang ist der Lohn der Mühe. Wobei sich die Mühe dieses Jahr nicht nach Arbeit, vielmehr nach einem echten Vergnügen angefühlt hat. Ich war schon deutlich fertiger im Ziel.
Das Schönste und Beste an all dieser Rennfahrerei war auch dieses Mal das gemeinsame Drumherum. Mit Freunden die Tage verbringen und beenden, besser geht es nicht.

Jetzt heißt es, den Herbst hier im Schwarzwald genießen und eventuell das ein oder andere Crossrennen mitnehmen. Die Motivation ist auf jeden Fall weiterhin vorhanden.

Sportograf, die Fotografen meines Vertrauens, haben auch beim Roc ganze Arbeit geleistet. Mir fiel es schwer, eine gute Auswahl zu treffen und habe gleich sehr viele Fotos in diesen Beitrag gepackt.
(Ist ja mein Blog, da kann ich auch Pics von mir posten, bis man sie nicht mehr sehen kann. )

Epic Israel – 4 Tage in Galiläa

Nach 2015 stand ich nun zum zweiten Mal beim Epic Israel am Start. Zusammen mit Holger Schaarschmidt, den ich bereits als Teampartner bei der Swiss Epic hatte, nahmen wir dieses Abenteuer in Angriff.

Bereits 2015 hat mir die professionelle Umsetzung der Veranstalter sehr gut gefallen. Aber mit dem UCI S1 Status, so unmittelbar vor Olympia, haben die Organisatoren noch einen draufgesetzt. Helikopteraufnahmen, die jede Etappe Live auf den PC bzw. TV brachten, dazu eine Moderation, die ihres Gleichen sucht und Essen, das für Vegetarier nach Mehr schmeckt. Also rundum sehr gelungen.

Wir starteten gut in den Prolog und konnten ein hohes Tempo einschlagen, vielleicht zu hoch. Denn Holger musste nach 5 von 20km das Tempo etwas rausnehmen und konnte keine Führung mehr fahren. Wir kletterten auf die Alten Stadtmauern von Akko und buddelten im Sandstrand bis zum Ziel. Mit Platz 23 kamen wir jedoch in einem Fahrerfeld mit 17 Landesmeistern solide unter.

Am Folgetag waren die Rollen exakt umgekehrt. Holger musste für das Tempo sorgen und zog mich durch das Hinterland von Galiläa. Meine Akkus haben sich über Nacht nicht aufgeladen. Durchfall und Party im Hinterhof waren nicht förderlich für eine gewünschte Regeneration.  
Trotzdem fuhren wir mit Platz 19 unser bestes Tagesergebnis.

Die zwei letzten Etappen genossen wir häufig in Begleitung mit den deutschen Paul Häuser und Niclas Rankert. Die Jungs fuhren ein ähnliches Tempo und man konnte sich gegenseitig unterstützen.
Wobei Rankert wie gemacht für die Ebene ist und somit der Mann der letzten Kilometer war. Der 22. Gesamtrang von 300 Teams stellt uns sehr zufrieden.

Man könnte nun von Stage 4 sprechen, wenn man das Eincheck in den Flieger von Tel Aviv nach München betrachtet. Jeder Teilnehmer musste am Flughafen eine sehr (sehr) aufwendige Sicherheitskontrolle überstehen und hoffen, dass sein Rad mitfliegen durfte. Hier sei gewarnt: Lasst besser den Laptop daheim, packt den Radkoffer übersichtlich und nehmt euch sehr viel Zeit!

Ach ja, bevor wir natürlich das Heilige Land verlassen durften, haben wir noch ein bisschen Zeit in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv verbracht. Tel Aviv und Jerusalem, zwei Städte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jerusalem ist sehr durch die Religionen geprägt, während Tel Aviv mehr in der Zukunft lebt. Beides kulturelle Highlights, die man sehen muss, wenn man die Möglichkeit hat.

Pics by Ronen Topelberg
http://www.epicisrael.org.il


Swiss Epic Graubünden rockt!

Holger und ich, nach 2018, stehen wir wieder gemeinsam am Start der Swiss Epic. Graubünden statt Wallis. Wir sind gespannt und hoffen auf gutes Wetter.
Das neue Giant Anthem liegt bereit. Die Reifen sind nass! Erste Etappe: Davos nach St. Moritz im Regen.
300 Teams werden auf die Rennstrecke entlassen. Manche mit Badehaube auf dem Kopf, wir mit Armlingen 🙂
Ein Highlight der ersten Etappe ist der Albulapass. Trails bis ins Engadin garantieren auch bei Nässe maximalen Spaß. Mit über 3000 Höhenmetern gehört die Etappe zur härtesten. Wir werden 19. in einem internationalen Topfeld.
Holger und ich ergänzen uns gut. Windschattenlutschen, je nach Tagesform und Laune ist genehmigt. Manchmal ist es aber auch einfach entspannter in den Abfahrten der Linie des Vordermannes zu folgen.
St. Moritz behält uns zwei Nächte. Die 2. Etappe ist ein wunderschöner Rundkurs von knapp 70km und führt uns bis auf 2600 M.ü.Nn.
Der WM-Trail schießt uns wie eine Kanonenkugel ins Tal. Kaum vostellbar, dass wir soeben einen wolkenlosen Himmel hatten. Dieser Wechsel ist zumindest erfrischend.
Da sind wir schon bei Etappe 3. Ziel Lenzerheide mit abschließendem Worldcup Track. Raus aus dem Engadin führte eine große Spitzengruppe das Feld an.
Der Untergrund wechselt ständig. Nass, rutschig oder auch Asphalt fordern die Fahrer. Im Ziel treffen wir immer wieder auf Fahrer, die ihre Wunden verarzten lassen. Wir haben Glück und kommen problemlos durch.
Lenzerheide ist Start der 4. und 5. Etappe. Bekannt wurde dieser kleine Alpenort, bei den Bikern, durch die WM 2018. Wenige Tage vor unserer Ankunft fand hier der Worldcup statt. Die bikefreundliche Atmosphäre strahlt die Region überall aus. Holger hat beispielsweise eine Ersatz-Sattelstütze in einem kleinen Radladen (geliehen) bekommen. Bedingung: Am Ende des Etappenrennens bitte zurückschicken.
Langer Uphill - Langer Downhill! Jeder Tiefenmeter will genutzt werden und so lassen sich die Organisatoren nicht lumpen. Wir haben viel Spaß! Generell ist das Rennen mit der nötigen Ausdauer und Fahrtechnik gut machbar. Wenn ich mich an 2014 zurück erinnere, da war es nur abartig. XXL Etappen und Abfahrten, die viele Fahrer über ihr Limit brachten.
Holger übernimmt das Kommando und bringt uns sicher ins Tal. Der Mix aus Naturtrails und gebauten Trails bring viel Abwechslung. Jede Destination hat ihre eigene Note. Langeweile fehl am Platz!
Unterhalb der Baumgrenze treffen wir auf viele Pilzsammler. Der Wald scheint den perfekten Nährboden zu bieten. Uns bereitet er ein dickes Lachen ins Gesicht.
Adios Lenzerheide! Wir treten für die letzten Kilometer in die Pedale. Gemeinsam mit Lars und Fadri verbingen wir einen kurzweiligen Tag. Jeden Tag treffen wir auf die gleichen Gesichter. Man lernt die Stärken und Schwächen der anderen Teilnehmer kennen und kann entsprechend reagieren.
Bei Regen gestartet, bei Sonne das Ziel erreicht. Die gemeinsame Zeit war intensiv und unglaublich gut. Die Orga hat aus fünf Jahren gelernt und in kleinen Details nochmals nachgebessert, so ist die Veranstaltung von einem hohen Niveau auf ein noch höheres gewandert. Der Locationwechsel tat gut und man konnte jede Etappe mit einem Downhill beenden.
Platz 22! Gerne wären wir weiter vorne gelandet, war aber nicht möglich! Das Niveau hat sich jedes Jahr gesteigert und kleine Schwächen kosten Minuten und schnell Positionen. Aber Platzierungen sind hier eher zweitrangig, wichtiger ist das Erlebnis in einer der schönsten Gegenden der Welt.

Swiss Epic Preview

Swiss Epic – ein Rennen über 5 Tage!
Ein Etappenrennen, das man im 2er-Team fahren und natürlich beenden muss.
Swiss Epic begleitet mich bereits seit 2013. Damals wurde ich eingeladen, um die Strecke im Wallis kennenzulernen. Sie gefiel mir auf Anhieb. 2014 stand ich zusammen mit Benjamin Joerges am Start.
Die Etappen waren die brutale Härte. Auf wenigen Kilometern erfolgten unglaublich viele Höhenmeter. Es war ein sehr schweres Etappenrennen, das wir dennoch in den Top10 finishen konnten. Zwei Jahre später gewann ich zusammen mit Daniel Eiermann die Flow Variante. Diese Option beinhaltete deutlich mehr Tiefenmeter als Bergaufmeter. Man durfte Shuttlen und wurde unmittelbar nach dem Liften auf die Rennstrecke entlassen. Das Rennen war dennoch nicht einfach. Bergaufpassagen wurden ebenfalls gewertet und dementsprechend schnell gefahren.
2018 war es wieder soweit. Das Wallis rief und die Swiss Epic gehörte nun zum Eventriesen Cape Epic. Mein Teampartner war Holger Schaarschmidt von der “World of MTB“. Immer wieder schreibe ich für dieses schicke Magazin. Holger ist mir daher mehr als bekannt. Doch dass er so flott über die Alpen kommt, das war mir im Vorfeld nicht bewusst. Wir lieferten bei starker Konkurrenz ein solides Rennen ab und waren im Gesamtranking am Ende auf dem 17. Platz.
Dieses Jahr zieht das Swiss Epic das erste Mal um. Graubünden lädt ein. Die Destinationen sind Davos, St. Moritz, Lenzerheide. Also alles Nobelskiorte, die einen gepflegten Ruf haben. Bei den Bikern sind die Orte nicht unbekannt. Im Sommer finden immer wieder top Events statt. So z.B. am vergangenen Wochenende der XC und DH Worldcup.
Holger und ich sind auch dieses Jahr wieder dabei. Durch eine Kooperation mit St. Moritz werden wir im Trikot von St. Moritz unterwegs sein und nicht im gewohnten Giant Germany Offroad Team Outfit. Am 20.8. ist Start in Davos. Die Etappen werden mit Sicherheit Premiumstandart haben, die Trails top und die Landschaft atemberaubend. Ich freue mich…

Zusammen mit Benjamin Joerges bei meiner ersten Swiss Epic
Mit Daniel Eiermann gewann ich die Flow Variante ein Jahr später (2015)
Holger Schaarschmidt ist ein Mann der Berge... mindestens 7x im Jahr guidet er eine TransAlp. Demenstprechend fit ist er! Platz 17 im Jahr 2018

Tracevosgienne – Vogesen im Regen

Nach mehreren Tagen purer Sonne, fand ich mich beim Vogesenklassiker Tracevosgienne wieder. 14 Grad und Dauerregen war ich nicht mehr gewohnt. Das Rennen besticht durch traumhafte Trails, die einfach Spaß machen. Sie sind nicht heftig und dennoch muss man eine gute Linienwahl haben. Ich kam ganz gut mit der Spitzengruppe über die ersten Anstiege, musste dann aber meinen Rhythmus fahren. So befand ich mich in der Gruppe zwischen Platz 7 und 11. Die Gruppe lief gut und wir kamen gemeinsam durch den Schlamm. Der sandig, nasse Boden setzte meinen Bremsbelägen massiv zu und die Bremspower schwand, ebenso wie der Bremsbelag. Ein Verzögern musste nun rechtzeitig eingeläutet werden und manchmal half in den Kurven auch der Fuß. Mir war klar, dass ich im Finale auf sehr rutschigen Querwurzeln eine besondere Rutschparty haben werde und gab dementsprechend in den Uphills Druck aufs Pedal um mich von der Gruppe abzusetzen.
Dies gelang ganz gut und zu zweit gingen wir in die Zieleinfahrt auf Platz 4 und 5. Mit dem 5. Rang bin ich sehr zufrieden. Die Konkurrenz war top, da dieses Rennen auch die Meisterschaft vom “Grand Est XCM“ darstellte.

MTB Trilogy Tschechien

Holger kenne ich bereits von der Swiss Epic 2018. Dort zeigte Holger bereits seine Qualitäten: Super Fahrtechnik und eine unermüdliche Ausdauer.

Da war ich wieder! Zurück im tiefen Osten. Zusammen mit meinem Freund Moritz (der für alle Fotos zuständig war – aber auf keinem Bild drauf ist). Moritz kenne ich aus meiner jüngsten Kindheit. Holger mein “World of MTB” Partner bei der Swiss Epic 2018/19 war ebenfalls Teil unserer Crew.
Wir waren nach langer Fahrt angekommen in Tschechien und freuten uns auf die Teilnahme der MTB Trilogy.
Zu Erst habe ich von diesem Rennen 2014 bei der Sudety in Polen gehört. Damals hieß es, wenn ihr richtige Trails fahren wollt, dann ab zur MTB Trilogy.
2019 sollte es soweit sein.

Ich spendierte meinem Giant Anthem eine 34er Fox mit 120mm und brachiale Trickstuff Picolla Bremsen. Die Variostütze war obligatorisch.

Die Unterkunft auf dem Campingplatz war simple und mit ehrlichem Charme. Wir fühlten uns sehr wohl und waren bereit für das Abenteuer.

MTB Trilogy ist ein 4-tägiges MTB Stagerace. Es startete mit einem 11km langen Prolog und folgte mit 3 Etappen durch das Sudetengebirge. Jede dieser Etappen sollte sehr schwer werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug selten über 14 km/h. Aber genau das machte den Reiz für die 200 Starter aus. Fahren kann man dieses Rennen als Endurorace oder eben in der Marathonvariante. Holger und ich entschieden uns, für die Marathonvariante, wo jeder gefahrene Meter zählt!

Mit der Startnummer ging es auch gleich zum Prolog. die 11 Kilometer lange Runde war ein XC-Kurs deluxe. Kurze Anstiege, technische Abfahrten und passagen, die weniger rollten. Alles in Allem eine sehr gelungenne Runde. Mir gelang eine fehlerfreie Fahrt und mit Platz 3 war der Einstieg sehr gelungen. Auch Holger machte mit dem 8. Platz so einiges richtig.

Prolog: Platz 3 und 8!

Das Rennen war eröffnet und die ersten Eindrücke haben schon mal einen guten Vorgeschmack für das, was kommen sollte gegeben.

Ein Etappenrennen ist anspruchsvoll. Nicht nur das Material muss halten, auch der Fahrer muss sich jeden Tag aufs Neue der Herausforderung stellen. Holger sorgt für die nötigen Kohlehydrate und kocht ein solides Essen. Jetzt im Nachhinein hätte ich genau in diesem Moment noch mehr essen sollen, als der Kopf wollte. Die Folgen nichtgefüllter Speicher, musste ich leider am eigenen Körper spüren.

Die Nächte in dieser kleinen Minihütte waren übel. Die Nächte zuvor, in Deutschland, waren extrem heiß. Hier in Tschechien kühlte es nachts gewaltig ab und ich fror. Diese zwei kalten Nächte zogen sicherlich etwas Energie… Unter den Folgen musste ich auf der ersten echten Stage stark leiden.

Bevor es aber zur Startaufstellung ging, nutzen wir natürlich die Gelegenheit und tranken unseren Kaffee brav aus. Das Gebiss fand ich im Übrigen auf der Prologstrecke. Wer kann mir sagen von welchem Tier? Ich habe nur Vermutungen…

Der Start erfolgte bei bestem Wetter. Das Feld war längere Zeit dicht zusammen, ehe die ersten Anstiege selektierten. Ich konnte mich in der 4-Mann Spitzengruppe halten und genoss die heftigen Abfahrten. Dann erwischte ich eine ungünstige Linie und merkte die spitzen Steine deutlich unter meinen Reifen. Einer dieser Steine zerstach meinen Reifen und ich war gezwungen, den Reifen zu flicken. Weiterhin in den Top10 war ich “back in the Game“. Ich fühlte mich gut und konnte weitere Fahrer wieder einholen. Doch dann ging alles ganz schnell. Meine Kräfte ließen nach und die Wattwerte fielen in den Keller. Der Puls war am Berg selten über 140 und steile Rampen musste ich schieben. Die Verpflegungszonen nutzte ich für ausgiebige Stopps und nahm alles, was das Büfett hergab. Zu dem Hungerast kamen noch Krämpfe. Das Ergebnis trat schon lange in den Hintergrund, es galt nur noch das Ziel zu erreichen. Die tollen Trails konnte ich nicht mehr genießen. Die Konzentration war weg.

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Das Ziel erreichte ich nach 5:15 Stunden, mit einer Stunde Rückstand, auf dem 24. Rang.
Holger schruppte knapp an den Top 10 vorbei. Für mich war klar, ein für mich zufriedenstellendes Ergebnis ist somit nicht mehr möglich.  

Für mich stand eine schwierige Entscheidung an. Weiterfahren und die Trails genießen? War das möglich? War das sinnvoll? Oder Aussteigen, den Körper von den Krämpfen erholen lassen und neue Ziele setzen? Ich überlegte lange und kam zu dem Entschluss, der mir nicht leicht fiel, das Rennen zu beenden. Ich hatte in den letzten Wochen viele gute Ergebnisse und tolle Momente auf dem Rad. Jetzt war es an der Zeit die Reißleine zu ziehen. Ist die Konzentration nicht mehr bei 100%, dann sind diese Abfahrten einfach zu schwer und zu gefährlich.

Holger hat ein sehr positives Gemüt. Sein Lachen hat auch mich schnell wieder angesteckt. Auch genoss ich die lange Rückfahrt mit meinem Kumpel Moritz und wir hatten noch viel zu erzählen. Holger fuhr das Rennen sehr gut zu Ende und ihm gelang es tatsächlich in die Top10 auf dem 8. Gesamtrang.

Was ich mitnehme, sind Erinnerungen an ein sehr schönes Land, mit sehr freundlichen und aufgeschlossenen Menschen. Eine Veranstaltung, die in den Medien kaum präsent ist, aber zu den schwersten Rennen der Welt gehört. Die Organisation war super. Es mangelte an Nichts und es gab auch nichts Unnötiges. Insgesamt sehr basic. Die Strecken waren top ausgeschildert und an den Verpflegungszonen gab es Kuchen und sogar Trinkflaschen. Wer dieses Rennen fahren möchte, der sollte über eine sehr gute Fahrtechnik verfügen und natürlich das nötige Sitzfleisch mitbringen. Ich kann es nur empfehlen…
Deshalb ist es mir auch wert, nach langer Zeit, einen ausführlicheren Bericht auf meiner Page zu posten.
Fotos von Moritz Schick

Sieg beim Black Forest Ultra Bike Gravel Track

Kurzer Rückblick:
In den letzten Wochen passierte doch einiges. Ich war zusammen mit Andreas Kleiber beim Raid VTT. Dieses 4-tägige Etappenrennen in Frankreich ist wirklich etwas ganz Besonderes. Wir finishten auf dem 4. Gesamtrang. Das war ein sehr gutes Resultat. 
Im Anschluss erreichte ich ebenfalls einen 4. Rang beim 3-tägigen Alps Bike Festival in La Clusaz. 

Und dann kam der Black Forest Ultra Bike Marathon. Ein Bike-Event direkt vor meiner Haustüre (keine 1000m entfernt!). Als Vorjahressieger beim Gravel Race gelang mir die Titelverteidigung. In einem völlig neuen Rennformat (3 gewertete Stages), musste ich mich gegen einen sehr schnellen Ben Witt durchsetzen, der als Straßenfahrer schon hier und da erfolgreich war. 

Keine 24 Stunden später nutzte ich den Speed Track (ebenfalls ein Rennen beim Ultra Bike) und rundete mit einem 4. Rang ein super Wochenende ab. 

Sieg beim Gravel Race in Singen

Im Rahmen des Hegau Bike Marathons fand auf der 49km Strecke parallel zum MTB Race ein Rennen auf dem Gravelrad statt.

Schnell formierte sich eine vierköpfige Ausreisergruppe, in der ich der einzige auf dem Gravelrad war. Meine Mitstreiter waren auf dem MTB und demnach in ihrer eigenen Kategorie. Meine Taktik war aber nicht nur einfach mitfahren, sondern das Tempo gemeinsam hochhalten.

Ich schaffte es irgendwie immer wieder die Lücken nach den Downhills zu schließen. Die Abfahrten waren alles andere als einfach mit den schmalen Reifen und der Starrgabel. Aber genau das war auch in der Ebene ein Vorteil. Es verhalf mir später bei der entscheidenden Attacke und ich konnte noch vor dem ersten Biker das Ziel passieren.

UCI Worldseries Marathon Roc Laissac

Lang war die Anreise in den Süden Frankreichs. Über 8 Stunden benötigten wir von Freiburg nach Laissac. Aber Dank der “Stop&Go Marderabwehr” Truppe gestaltete sich zumindest die Autofahrt als sehr unterhaltsam. Hier nochmals ein Dank für die Mitnahme und Betreuung vor Ort.

Das Rennen gehört zur Worldseries und gibt jedem Athleten die Möglichkeit, sich mit einem Top20 Platz für die Marathon WM in der Schweiz zu qualifizieren. Dementsprechend motiviert waren meine Mitstreiter von Stop&Go. Hie sie erwähnt, Niklas Sell (15.), Julian Schelb (17.), Matthias Bettinger (19.) haben ihre Quali geschafft.

Am Vortag stellte sich bei mir kein gutes Gefühl ein. Kopfschmerzen und Nackenverspannungen zogen meine Begeisterung nach unten. Der Regen und die einstelligen Temperaturen trugen nicht zur Erheiterung bei. Aber mit dem Abendessen stieg die Laune. Ich fühlte mich wieder deutlich besser und freute mich sogar auf eine lange MTB Ausfahrt. Die Taktik war klar. Nachdem Benjamin Jörges bereits 2x dieses Rennen beenden konnte, hielt ich mich an seine Ansage: Laaaangsam starten und nach 3 Stunden überleben und nicht sterben. Gesagt getan! Ich reihte mich, in diesem weltklasse Feld, um die Position 30-35 ein und knatterte durch nabentiefen Schlamm und über flowige, angelegte Trails. Bei Temperaturen um die 3°C ging es mehrmals durch kleine Bachdurchquerungen, so dass die Füße bereits nach wenigen Kilometern nass waren. Aber, und da waren wir sicher alle sehr dankbar, der Regen blieb aus! Mit dem Ratschlag vom Jörges konnte ich das konstante Tempo durchhalten und hatte keinerlei Einbrüche. Dieses Rennen ist kein Windschatten-Race, man fährt sein Tempo und wer überzieht, der bekommt spätestens am letzten langen Anstieg auf der Wiese die Quittung. Dieser Anstieg ist so steil, dass Schieben durchaus eine Option war. Im Ziel angekommen, war ich zunächst 22.. Ein Fahrer vor mir war nicht in der offiziellen UCI Rangliste und somit wurde es tatsächlich der 1. Platz bei der Nicht-WM-Norm. Schade, aber ich bin dennoch sehr zufrieden und hatte ein erlebnisreiches Wochenende und bringe ein paar Weltranglistenpunkte mit.
Als nächstes steht das “Giant Germany Offroad“ Teamtreffen in Finale (Italien) auf dem Programm.
Dort werden wir in erste Linie mit den Enduros um die Wette knattern. Ich freue mich sehr, das team wieder zu treffen.

Sieg beim VTT de Centenaire a Habsheim

2015 konnte ich bereits in Habsheim im nahen Elsass das kleine MTB Rennen gewinnen. Damals war der Kurs schön aber weniger holbrig. Daher entschied ich mich vier Jahre später für das Hardtail. Allerdings haben sie die 8km Runde attraktiver gelegt. Es war trailiger aber auch deutlich ruppiger. Das Fully wäre die bessere Wahl gewesen. Der Start war brutal schnell. Ich fühlte mich direkt wieder im Cyclocross-Modus und musste zunächst auf Position 6 vorlieb nehmen. Nach drei von vier Runden konnte ich mich an die Spitze setzen und diese Position bis ins Ziel verteidigen. Ich würde sagen: Guter Start in die Saison!