Cami de Cavalls – Top 10 auf Menorca

Was für ein früher Saisonstart in die Radsaison! Eigentlich wollte ich nach der langen Cyclocross Saison (bis zum 23.12.18) nicht wieder so früh aufs Rad. Der Plan war, die Langlaufsaison bei mir im Schwarzwald so lange, wie möglich mitzunehmen und dann ab Mai wieder ins Renngeschehen auf dem Rad dabei zu sein. Aber es kam anders: Lukas Kaufmann, ein Österreicher, kontaktierte ich Mitte November wegen einer Langlaufbindung, die es bei uns nicht zu kaufen gab. 10 Tage später schickte Lukas mir diese aus Österreich nach Deutschland. Der Kontakt war da! Lukas fragte mich im selben Monat, ob ich mir nicht vorstellen könnte, mit ihm in Menorca beim 3-tägigen Stagerace “Cami de Cavalls“ zu starten. Ich zögerte erst… Mir war Anfang März einfach zu früh! Aber Menorca ist für mich unbekannt und der Reiz nach etwas Neuem war dann doch größer. Ich sagte zu! Lukas sah ich dann erst wieder am Flughafen in Menorca. Von dort startete unser fünf Tage dauernder Trip auf der Insel. Wir packten die Räder aus und erkundeten wenige Kilometer auf unbekanntem Gelände. Schnell war klar, es wird steinig. So viele Steine hatte ich noch nie unter den Stollen. Es rollte quasi nichts und Lukas hatte mit seinem Hardtail nicht viel zu lachen. Aber wir waren motiviert.

Der Startschuss fiel am folgenden Tag in Ciutadella. Schnell knatterten die 50 Zweierteams in Richtung Steinlandschaft. Der GR223 wurde von nun an unser Trail. Immer mit Blick auf das Meer und kurz-kurz (Kleidung) war die Motivation ungebrochen hoch. Völlig überrascht von meiner guten Form (ich hatte zuvor 220km auf dem Rad!) konnte ich problemlos das Tempo mit der Spitze mitgehen. Es ist aber auch mein Gelände: Flache, technisch sehr fordende Trails, die immer Druck aufs Pedal verlangen. Lukas litt mit jedem Stein mehr und mehr… Aber er lernt binnen weniger Kilometer eine bessere Linie zu fahren und wir kämpften solange, bis sein Schaltwerk kapitulierte. Ich schob ihn zur Servicestation, wo die Mechaniker den Zug auf Spannung brachten, die Kette kürzten und die Stellschraube ordentlich festzog. Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit, in der Realität waren es 25 Minuten. Ich war demoralisiert! Lukas aber weiterhin motiviert! Es dauerte wenige Meter, bis ich wieder zu alter Stärke zurückfand und wir gemeinsam ein Team nach dem anderen überholten. Auf Platz 16 beendeten wir die erste Etappe. Die Stimmung war dementsprechend getrübt.

Am Port de Mao starten wir wieder bei frühsommerlichen Temperaturen. Wir hielten lange mit den Topteams mit. Mussten aber wieder in den technischen Passagen reißen lassen. Aber mit dem Wissen, dass wir auf den rollenden Abschnitten zu den Besten gehörten, flogen wir über die einfacheren Trails und kamen mit 3 Minuten Rückstand auf dem 2. Platz ins Ziel. Das war der absolute Höhepunkt! Wir beendeten das Stagerace mit einem sehr guten Gefühl. So wurden wir am Ende 7. mit lediglich 2 Minuten auf Platz 5. Das Rennen hatte Höhen und Tiefen und hat uns als Team zusammengeschweißt.

Das 3-tägige Stagerace Camin de Cavalls ist ein Highlight in der frühen Saison. Die Strecken sind sehr kurzweilig und wunderschön. Ständig schweift der Blick auf das Mittelmeer. Der GR223 ist ein anspruchsvoller Wanderweg entlang der Küste. Parallel zum MTB Rennen findet auch ein 3-tägiges Trailrunevent statt. Obwohl wir nur 3200hm und 180km absolviert haben, kam es uns deutlich länger vor. Aber wir waren auch nur mit 17km/h im Schnitt unterwegs. Die Radwahl ist ganz klar ein Racefully mit massiveren Reifen. Die Organisation ist herzlich und sehr routiniert. Die allabendlichen Briefings waren ein Highlight und lockerten jeden engstirnigen Renncharakter auf. Generell hatte ich nicht das Gefühl, dass mit dem Messer zwischen den Zähnen gefahren wird. Es wird bereitwillig Platz gemacht und das Gelände selektiert das Feld.
Ich bereue meine Entscheidung, so früh ins Renngeschehen gestartet zu sein, in keinster Weise!

Fotos: JSaragossa und oriol_batista

Notschreikönig 2019

Die Titelverteidigung ist geglückt! Beim Notschreilauf konnte ich die Gesamtwertung (2x 20km) gewinnen. Die ersten 20 km wurden in der klassischen Technik zurück gelegt. Die Spur war weich aber dennoch gut zu laufen. Ein 3. Gesamtrang war jetzt die Basis für die Krone. Die zweiten 20km auf der gleichen Strecke in der freien Technik waren dagegen ein echter Kampf. Für die Doppelstarter ist es nicht möglich zusammen mit den schnellen Skatern zu laufen. Sie starten in dem 45 minütigen Zeitfenster ca. 30 Minuten später als die Einzelstarter. Wir schaffen es einfach nicht so früh in den Startbereich. Demenstsprechend zerfurcht und tief war die Loipe. Es viel mir sehr schwer, das Tempo hoch zu halten und ich verlor viel Zeit auf die Einzelstarter. In der Wertung zum Notschreikönig hat es in der Summe aber mit 9 Sekunden Vorsprung auf Peter Hoffmann gereicht.Bei einer Renndauer von 2:27 Std. ist das natürlich ein gefühlter Wimpernschlag.

Was steht an??? Notschreilauf

Der Winter ist noch “reichlich” vorhanden.  Zumindest der Schnee… Auf den Kuppen des Schwarzwaldes ist Skilanglauf immer noch gut möglich und der Notschreilauf am 3.3.2019 problemlos durchführbar. Naja, ganz so einfach wird es nicht. Die Spur ist reichlich verdreckt durch den Wald und die Schneeverhältnisse werden nass und somit langsam sein. Ich denke, dass ich wieder 2x20km laufen werde. Bereits 2018 konnte ich diese Kombiwertung gewinnen und mich Notschreikönigs nennen 🙂 !!
Ich freue mich auf meine anspruchsvolle Hausrunde und auf konstante Bedingungen, besonders bei den zweiten 20km (Skating). Als Doppelstarter schafft man die frühe Startzeit für die Skater nicht und muss gegebenenfalls auf einer weicheren und somit langsameren Spur laufen. Für die Doppelwertung ist das egal, für das Skatingergebnis allerding schwierig.
Am Mittwoch geht der Flieger nach Menorca. Dort starte ich beim 3-tägigen MTB Etappenrennen Epic Cami de Cavalles.  Mein Teampartner ist der Österreicher Lukas Kaufmann. Es wird spannend. Lukas kenne ich von ein paar Rennen. Zusammen sind wir aber nie gefahren. Er ist ein sympathischer, ehrgeiziger und junger Sportler, der schon an fast jedem Rennen in Europa teilgenommen hat. Erfahrung bringen wir also beide mit, Lukas aber definitiv mehr Trainingskilometer (2019) auf dem Rad. Mit meinen 200 Bikekilometern, ist es fast schon fahrlässig ein Etappenrennen zu bestreiten 😉

Fotos: Martin Schrempp

100km Rucksacklauf

Zieleinlauf Belchen Multen, Foto: Maike Bullert

Nach langer Zeit des Wartens, durften wir das erste Mal wieder seit 2015 die 100 Kilometer in Angriff nehmen. 2015 war meine erste Teilnahme beim “letzten Abenteuer im Schwarzwald“. Ich kam genau 5km weit und überschlug mich so verheerend, dass meine Bindung brach. Ehrliche gesagt, ich war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht bereit für diese 100 anspruchsvollen Kilometer.
Ein Jahr später war ich bereit! Der Schnee war Mangelware und somit wurde die Strecke auf 50km verkürzt. Ich beendete das Rennen auf dem 3. Gesamtrang. Auch 2018 gelang mir ein gutes Rennen (4. Platz) aber eben auch wieder nicht auf der 100km Distanz, die wiederrum den geringen Schneemengen zum Opfer fiel.

Stefan Weiss bereitet meine Ski vor.

2019 spielte uns das Wetter in die Karten. Es gab im Januar ausreichend Schnee und schon früh kam das OK, dass der Rucksacklauf über die volle Distanz von Schonach zum Belchen stattfinden konnte.
Mein Training lief gut. Eine kleine Erkältung fesselte mich wenige Tage zuvor ans Bett aber stoppte nicht meinen Tatendrang. Lange waren die Wetterverhältnisse sehr undurchsichtig für den Renntag.
In der klassischen Technik ist der Ski das “A und O“. Hält der Ski nicht im Anstieg, dann kann man aussteigen! Bis kurz vor dem Start war meine Art der Steigzone noch nicht klar: Klister, Wachs, Fell…??? Stefan Weiss, der mich bereits vor vielen Jahren im MTB Sport mit Pactimo unterstützt hat, half mir bei der Präparation der Ski. Er hat als Swix-Wachser die nötige Erfahrung und Ruhe.
Nach einem kurzen Skitest um 6.40 Uhr war die Wahl getroffen. Der Klisterski war meine Waffenwahl.

Als sei das Rennen nach 3km zu Ende, so muss man sich den Start in Schonach vorstellen. Es ging eine steile Rampe hoch, auf die eine weitere folgte. Die Spitzengruppe musste ich nach 30min ziehen lassen. Mein Rhythmus war wichtig. Jörg Schoder kam aus der Spitzengruppe auch zurück und wir liefen gemeinsam über 60km Seite an Seite. Jeder ambitionierte Läufer musste sich auf seine Betreuer verlassen. Sie reichten Getränke oder Essen. Das glich einer organisatorischen Meisterleistung für die Betreuer. Die möglichen Verpflegungspunkte mussten schnell organisiert und angefahren werden. Meine Frau Conny machte einen genialen Job! Nach 3 Stunden 47 Minuten erreichte ich, nach 60km, Hinterzarten. Mein Plan unter 7 Stunden zu bleiben schien greifbar nah.
Jeder Teilnehmer weiß, der Feldberg hat seine eigenen Gesetze. So auch an diesem Freitag.
Unmittelbar mit dem Austritt aus dem Wald am Grübele, blies mir der kalte Wind mit seinen Schneeflocken ins Gesicht. Der Ski, der bis dahin super lief, setzte sich mit Stollen zu. Das war so heftig, dass ich phasenweise ans Gehen gedacht habe. Ich kämpfte mich fünf Kilometer durch den frisch gefallenen Schnee und merkte, wie ich die Minuten verlor. Nur wenige Höhenmeter tiefer lief der Ski wieder optimal. Aber 15min habe ich sicher im Schneegestöber verloren.

Support ist wichtig. Hier am Notschrei reicht mir Oli noch ein Gel. Foto: Lars Millentrup

Das Gebiet um den Notschrei kenne ich sehr gut. In der Vorbereitung nutzte ich viele Trainingsstunden dort. Mit wenigen Schlucken Cola meisterte ich auch die letzten 200 Höhenmeter ab dem Wiedner Eck und fuhr zufrieden auf dem 6. Gesamtrang ins Ziel. Leider hat es mit 7:04 Stunden nicht ganz für meine persönliche Traumzeit gereicht aber ich bin glücklich, auf der Originalstrecke den Rucksacklauf zu finishen. Generell muss man auch sagen, dass Zeiten keine Aussagen haben. Sind die Bedingungen schnell, was sie dieses Jahr sicher nicht waren (nass, windig, dreckig, Neuschnee…), dann verbringt man auch weniger Zeit auf seinen Ski… Aber so hatten alle Teilnehmer einen schönen langen Tag im Hochschwarzwald.
Mehr zum Thema Rucksacklauf findet ihr hier: Text Sönke Rucksacklauf
Beitragsbild: Martin Schempp

Der Klister sammelte den Dreck im Wald auf.

Ein kurzes Update

Training für den 100km Rucksacklauf. Foto: M. Albermann
Liebe Freunde! Ich hatte eine sehr gute Saison 2018, sowohl auf dem MTB, wie auch auf dem Crosser. Auch wenn ich 2018 auf meiner Seite nicht aktiv gewesen bin, so hatte ich dennoch viele schöne Momente abseits und mit dem Sport… Auf Instagram  habe ich, nach wie vor, meine sportlichen Highlights kurz und knapp zu veranschaulicht. Ich freue mich, wenn ihr mir dort folgt. Auch 2019 werde ich wieder für das sehr sympathische GIANT GERMANY OFFROAD TEAM starten. Jetzt aber auch hier ein kleines Update! Der Winter ist im Schwarzwald, mit Schnee und kühlen Temperaturen, zurück gekehrt. Das heißt, die alljährliche Vorbereitung für den Rucksacklauf ist im vollen Gange. Für den Hochschwarzwald Tourismus habe ich einen Artikel über dieses verrückte Rennen geschrieben: DER RUCKSACKLAUF. Bis dahin wünsche ich euch viele schöne Tage im Schnee oder auf dem Rad.

Rückblick 2018

Die Saison 2018 war eine gute und auch lange! Ich lief bereits im Januar Langlaufrennen und fuhr mein letztes Cyclocrossrennen im Dezember. Im Juli durfte ich als Gastfahrer für “Embrace the World” bei der 9-tägigen Rennradrundfahrt teilnehmen. das war für mich sportlich eine Herausforderung, lag mein letztes Rennradrennen doch über 3 Jahre zurück.
Um ein paar Highlights zu nennen:

4. Platz Rucksacklauf
1. Platz Gravel Race Ultra Bike Kirchzarten
2. Sudety MTB Challenge Polen
2. Gravel Race Roc d’ Azur Frankreich
2. Mesa Trail Hero (Kurzstrecke)
2. Cyclo Cross Tour de Wittenheim
Vizemeister Ba-Wü Cyclocross
Teilnahme an: Swiss Epic, Engadin Bike Giro, uvm.

Es waren wieder sehr tolle Events!

 

Roc d´Azur und mehr

Schon länger ist es her, dass ich hier etwas aktualisiert habe.
Das liegt zum einen daran, dass ich über andere Kanäle (z.B. World of MTB oder Instagram) poste und zum anderen, dass ich schlicht nicht die Zeit finde. Wie dem auch sei, ich war in der Vergangenheit nicht untätig. Es war sogar sehr spannend! Ich war viel in Frankreich und sogar in China unterwegs. In China durfte ich als Gastfahrer für das Team “Embrace the World“ in die Cyclocross einsteigen. In Peking gab es gleich zwei UCI C1 Rennen mit einer guten Besetzung.

Danach kam in Wittenheim der heimische Crosseinstieg. Ich beendete das Etappenrennen (2x Massenstart, 1x Einzelzeitfahren) auf dem 3. Gesamtrang und durfte zwischenzeitlich das Leadertrikot überstreifen. Es folgten 14 Tage Südfrankreich. Beim TransVwest einem 100km langen Eintagesrennen fuhr ich lange Teile in der 6-Mann-Spitzengruppe zusammen mit Julien Absalon und anderen sehr starken Fahrern. Nach mehreren Platten und einer guten Aufholjagd konnte ich auf Platz 9 finishen. Nur fünf Tage später war der Start beim Gravel Roc. Dieses 65km 1200hm lange Rennen ist Teil vom Roc d´Azur. Ich hielt mich die ersten Kilometer in der Spitze mit Granaten wie Jaroslav Kulhavy, Christoph Sauser, Steve Chainel auf. Am Ende, nach einem langen Solo, konnte ich mit dem 5. Platz sehr zufrieden sein. Den klassischen Roc d´Azur (57km) musste ich natürlich mitnehmen. Top 50 wäre möglich gewesen aber nicht mit einem Hungerast kurz vor dem Ziel. Somit war der 62. Rang das Maximum an diesem Tag. Nun bin ich mitten in der Cyclocross Saison. Die Rennen im nahen Elsass laufen sehr gut für mich. Auch konnte ich bei einem sehr spontanen Start zum Deutschland Cup einen 9. Platz einfahren. Für die Crossrennen habe ich nochmals aufgerüstet.

Normalerweise haben gute Crossfahrer mindestens zwei Räder. Ich besitze eins. Allerdings habe ich mir zwei neue Laufradsätze gegönnt (BQ Cycles) und kann somit je nach Bedingung den Matsch- oder Trockenreifen fahren. Das ist immerhin mehr als ich 2016 hatte 😉
Ach ja, die legendäre FUQRS Rennserie durfte ich eröffnen. In Kirchzarten organisierte ich das Opening zu dieser kleinen aber feinen Rennserie. Mehr dazu hier: FUQRS Auftakt

Ergebnisse (seit 24.09.2017)

18. Cyclocross Qiansen Trophy I UCI C1 Peking
23. Cyclocross Qiansen Trophy II UCI C1 Peking
9. MTB TransVwest 100km
5. Gravel Roc 65km
62. MTB Roc d´Azur 57km
3. Cyclo Cross Tour Temps 2 Sport (Wittenheim)
2. Cyclocross de Heimsbrunn
3. Cyclocross de Wattwiller
9. Cyclocross Deutschland Cup Kehl

Raid VTT 2017 chemins du soleil

Lange war es hier ruhig auf meinem Blog! Das soll jedoch nicht heißen, dass ich in dieser Zeit tatenlos war. Im Gegenteil! Ich habe fleißig intensive Einheiten in Südfrankreich trainiert und bin mit entsprechender Form beim UCI Worldseries Marathon in Houffalize 25. geworden. Ein gutes Ergebnis aber die Top 20 und somit die WM Qualifikation verpasst. Im Anschluss habe ich an meinen Abfahrtseigenschaften gearbeitet und stand im Elsass (Mollau) beim Cannondale Endurorennen am Start. Der 61. Gesamtrang war nicht relevant. In erster Linie ging es um eine gute Technik und darum, Stürze zu vermeiden. Beides glückte mir! Der weitere Saisonverlauf war etwas planlos. Ich nutzte den super schnellgefahrenen Waldhaus Bikemarathon (Platz 7) um nach längeren Ausfahrten wieder Intensität zu trainieren. Der Grund: Kurzfristig bekam ich die Zusage, zusammen mit Andreas Kleiber, beim RAID VTT Les Chemins du Soleil in Südfrankreich zu starten. Ab jetzt war ich nicht mehr planlos! Dieses Rennen geht über vier Tage und beinhaltet neben dem Nachtprolog (23km 880hm) drei lange Etappen von Taulignan nach Gap. Bereits 2015 war ich bei diesem Rennen. Leider musste ich damals zusammen mit Benjamin Joerges das Rennen aufgeben. Das schlechte Wetter und eine Entzündung beim Benjamin machten eine Weiterfahrt unsinnig.

Dieses Jahr sollte es anders kommen! Sonne satt!
Das Starterfeld war beeindruckend. Viele gute europäische Namen bildeten 2er Teams… Beim Briefing wurden die Favoriten vorgestellt. Für uns war eine Top10 Platzierung realistisch.
Top10 sollte es auch beim Nachtprolog werden, so dass wir am Folgetag aus dem ersten Startblock starten können. Wir finishten auf dem 5. Platz und haben bereits auf der folgenden Königsetappe mit 3200hm und einer Fahrzeit von 5 Stunden 35 Minuten das Podium nur knapp verpasst. Andreas Kleiber fuhr ein starkes Rennen und kämpfte mit mir auch am Folgetag auf den 4. Platz. In der Gesamtwertung waren wir nun auf dem 3. Rang. Dementsprechend hart wurden wir auf der Schlussetappe nach Gap attackiert. Wir hielten den Druck aus und erreichten als 2. Team den Tagesabschnitt. Der 3. Gesamtrang war am Ende (nach über 9000 Höhenmter) eine absolute Krönung für unser Team und ein super tolles Event.

Crédits photos : Cyril Crespeau – Raid VTT Chemins du Soleil

Rückblick “Deutsche Meisterschaft im Cyclocross” 2017

Nach einer sehr erfolgreichen Crosssaison, wollte ich das letzte Rennen mit der Deutschen Meisterschaft in Quaidersbach beenden. Die ansprechende Form aus den vergangenen Wochen konnte ich nicht mehr abrufen und so beendete ich die DM auf Platz 19 von 40 Starten. 
Der Kurs war technisch und schmierig und viele Zuschauer sorgten für Stimmung. Jede Runde fühlte ich mich wohler und festigte meine Position um Platz 17. Leider konnte ich im Finale nicht mehr mithalten, da mir bei einem Überholvorgang ein Mitstreiter ins Schaltwerk gefahren war und ich nur noch vier Gänge zur Verfügung hatte. Top20 bei deiner Deutschen Meisterschaft ist dennoch ein guter Abschluss und motiviert für die folgende MTB Saison. Bis es aber soweit ist, stehe ich regelmäßig im Schnee auf meinen Langslaufskiern. Das Ziel ist eine erfolgreiche Teilnahme beim 100km Rucksacklauf (Schonach-Belchen). Aktuell sind die Schneeverhältnisse überragend. Sollte es so bleiben, steht einer Ausführung der Veranstltung nichts im Wege. Leider kann man keine langfristige Prognose machen. Dass der Rucksacklauf stattfindet, ist daher keine Selbstverständlichkeit. Ich werde auch jeden Fall vorbereitet sein…

Rucksacklauf 2017 – 3. Platz

Der Rucksacklauf gehört zu den ganz alten, traditionellen Wintersportveranstaltungen im Schwarzwald. Mit 100km von Schonach zum Belchen zählt er zu den härtesten Langlaufrennen in Europa. Schon mehrmals musste der Rucksacklauf, wegen Schneemangel, abgesagt werden.
Auch dieses Jahr hielten die tollen Loipenbedingungen aus dem Januar nicht durch und die Strecke wurde auf 50km verkürzt, mit Start in Hinterzarten und Ziel auf dem Belchen. Dazwischen die härtesten und anspruchsvollsten Loipenabschnitte, die an der Hohtann nochmals um die Försterspur und die Kostloipe verlängert wurden, gespickt mit 1500 Höhenmeter. Ich bin froh, dass die Organisation, so schnell reagiert hat und diese tolle Strecke präparieren konnte.
Meine Vorbereitung lief vorbildlich. Ich hatte mir ein paar Trainingswettkämpfe rausgesucht und konnte die Woche vor dem Langlaufsaisonhöhepunkt sogar noch den Vizemeistertitel des Skiverbandes Schwarzwald in der freien Technik sichern. Eine leichte Erkältung schaffte ich am Freitag noch aus dem Weg. Man Ski war bereits am Donnerstag präpariert (Danke Stefan Weiss).
Samstag früh in Hinterzarten merkte man die angespannte Stimmung. Viele Athleten nutzen die Minuten vor dem Start aus, um ihre Ski mit dem richtigen Steigwachs zu versorgen. “Klister” war das meist gehörte Wort! Ich hatte davon nichts auf meinen Ski. Ich lies mich nicht verunsichern und vertraute auf meinen Wachser Stefan, der mir schon mehrfach einen genialen Ski rennfertig gemacht hat. 230 Starter, darunter der Silbermedaillengewinner Olympia 2002 (Sprint) Peter Schlickenrieder, stellten sich in das Startgehege. Pünktlich um 8.30 Uhr schossen die Topathleten mit Manuel Sieber und Tobias Rath und Benjamin Waidelich davon. Ich hielt mich in der Verfolgergruppe auf und hatte Schwierigkeiten an den Anstiegen den richtigen Stieg zu finden. Aber meine Zeit kam! Je trockener der Schnee wurde, umso besser hielt das Steigwachs. Ich distanzierte meine Gruppe und überholte Waidelich, der aus der Führungsgruppe abreißen ließ. Platz 3 zu halten, das war mein Ziel! Immer wieder sah ich die beiden Führenden, konnte aber die kleine Lücke nicht schließen. Beim Übergang zum Notschrei nutzte ich das Ausziehen der Skier um sie nachzuwachsen. Auch am Wiedener Eck ließ das Steigwachs merklich nach und ich musste nochmals mit Steigwachs nachhelfen. Die folgenden 20km habe ich mir in der Vorwoche angeschaut.
Mit dem 3. Gesamtrang bin ich mehr als zufrieden. Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigt, was für Granaten am Start waren…. Danke für die Unterstützung: Conny, Verena, Tatjana, Grafi und Stefan!.