Rucksacklauf 2017 – 3. Platz

Der Rucksacklauf gehört zu den ganz alten, traditionellen Wintersportveranstaltungen im Schwarzwald. Mit 100km von Schonach zum Belchen zählt er zu den härtesten Langlaufrennen in Europa. Schon mehrmals musste der Rucksacklauf, wegen Schneemangel, abgesagt werden.
Auch dieses Jahr hielten die tollen Loipenbedingungen aus dem Januar nicht durch und die Strecke wurde auf 50km verkürzt, mit Start in Hinterzarten und Ziel auf dem Belchen. Dazwischen die härtesten und anspruchsvollsten Loipenabschnitte, die an der Hohtann nochmals um die Försterspur und die Kostloipe verlängert wurden, gespickt mit 1500 Höhenmeter. Ich bin froh, dass die Organisation, so schnell reagiert hat und diese tolle Strecke präparieren konnte.
Meine Vorbereitung lief vorbildlich. Ich hatte mir ein paar Trainingswettkämpfe rausgesucht und konnte die Woche vor dem Langlaufsaisonhöhepunkt sogar noch den Vizemeistertitel des Skiverbandes Schwarzwald in der freien Technik sichern. Eine leichte Erkältung schaffte ich am Freitag noch aus dem Weg. Man Ski war bereits am Donnerstag präpariert (Danke Stefan Weiss).
Samstag früh in Hinterzarten merkte man die angespannte Stimmung. Viele Athleten nutzen die Minuten vor dem Start aus, um ihre Ski mit dem richtigen Steigwachs zu versorgen. “Klister” war das meist gehörte Wort! Ich hatte davon nichts auf meinen Ski. Ich lies mich nicht verunsichern und vertraute auf meinen Wachser Stefan, der mir schon mehrfach einen genialen Ski rennfertig gemacht hat. 230 Starter, darunter der Silbermedaillengewinner Olympia 2002 (Sprint) Peter Schlickenrieder, stellten sich in das Startgehege. Pünktlich um 8.30 Uhr schossen die Topathleten mit Manuel Sieber und Tobias Rath und Benjamin Waidelich davon. Ich hielt mich in der Verfolgergruppe auf und hatte Schwierigkeiten an den Anstiegen den richtigen Stieg zu finden. Aber meine Zeit kam! Je trockener der Schnee wurde, umso besser hielt das Steigwachs. Ich distanzierte meine Gruppe und überholte Waidelich, der aus der Führungsgruppe abreißen ließ. Platz 3 zu halten, das war mein Ziel! Immer wieder sah ich die beiden Führenden, konnte aber die kleine Lücke nicht schließen. Beim Übergang zum Notschrei nutzte ich das Ausziehen der Skier um sie nachzuwachsen. Auch am Wiedener Eck ließ das Steigwachs merklich nach und ich musste nochmals mit Steigwachs nachhelfen. Die folgenden 20km habe ich mir in der Vorwoche angeschaut.
Mit dem 3. Gesamtrang bin ich mehr als zufrieden. Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigt, was für Granaten am Start waren…. Danke für die Unterstützung: Conny, Verena, Tatjana, Grafi und Stefan!.