Transvesubienne… das Meer in Sicht!

La Colmiane 6.30 Uhr Startschuss zum Transvesubienne Mountainbike Marathon.
Ziel Nizza! 83 Kilometer! Ich bin schone viele Marathonrennen gefahren. Viele von denen ich dachte, dass sie technisch und schwierig zu fahren sind, haben nun ein neues Maß. Dieses Rennen ist von der ersten bis zur letzten Minute schwer. Direkt nach dem Start geht es eine Skipiste hoch, die so steil ist, dass es unmöglich ist die Falllinie zu fahren. Nicht überzocken! Aber das denken sich alle um mich herum auch. Ich starte zum ersten Mal und weiß, dass es die nächsten sieben Stunden auf dem Sattel weitergeht. Nach den ersten knackigen 500 Starthöhenmeter geht es auf den ersten Downhill. Noch ist der Trail flowig und recht kontrollierbar. Aber schon bald zeigen sich die extrem anspruchsvollen Alpentrails. Steinig, steil und mit Serpentinen, die zudem mit knie- bis hüfthohen Absätzen versehen sind. Es ist der Killer. Ich habe lange mit mir gehadert ob ich die Vario-Seatpost fahren soll oder nicht. Die einzige, richtige und vernünftige Entscheidung war sie einzubauen. Ich hätte wohl noch mehr Zeit auf den Downhills verloren bzw. müsste deutlich mehr schieben. Ich bin bisher bei keinem Marathon wegen einem Downhill vom Bike gestiegen! Hier so oft, wie ein Anfänger, der das erste Mal den Rosskopf-Trail runtergeschickt wird. Bergauf hatte ich keinerlei Probleme und konnte wieder Plätze gut machen. Sehr viele Anstiege waren jedoch nicht fahrbar. Wir befinden uns hier auf dem GR5. Ein Wanderweg für die Sportlicheren und sportliches Wandern mit einem gekonnten Radtragegriff war Angesagt. Es machte auch keinen Sinn dabei zu Rennen, das tut bei zwanzigminütigen Schiebepassagen ziemlich weh und das Ziel war weit. Die Trails, aus denen überwiegend der Marathon besteht, sind sehr speziell. Fährt man beispielsweise durch kleine Orte, dann geht es schmale Gassen runter, die gespickt sind mit hohen, kurz aufeinander folgenden Stufen. Ich fuhr viel allein oder bin mal auf Biker aufgefahren um mich im Downhill wieder überholen zu lassen. Mein Racefully war sicherlich eine sehr gute Entscheidung in Finale Ligurien aber hier sind 160mm Scheiben, 100mm Gabel und 2.1 Reifen die “schlankere“ Wahl. Und die trifft man kein zweites Mal. Sinn machen auch stabile Laufräder. Leichtbau rächt sich! Ich habe mir zwei Speichen hinten gebrochen und vorne einen ordentlichen 8er Reingefahren. Ohne Sturz! Das Meer auf sichtweite und der Salzgeruch in der Nase geht es auf die letzten fünf Kilometer. Flach! Wir machen den Namen der Veranstaltung aller Ehre und überqueren gefühlte zwölf Mal die Vesubie. Dieser kleine Fluss gefüllt mit Flussschotter ziehen dir die letzten Körner. Leider habe ich mir auch genau hier einen Platten gefahren, den ich, nach mehrmaligen Nachpumpen, durch einen Schlauch ersetzten musste. Dieser Wechsel erfolgte in einem XL Kanalsystem, der auch die Zielgerade bildet und mich drei Plätze gekostet hat. Nach ca. 7:15 Stunden fuhr ich als 24. von über 1000 Startern ins Ziel. Das Ergebnis ist vollkommen okay. Mit etwas mehr Downhillperformance und dem passenden Material wäre sicherlich noch mehr drinnen gewesen… Aber was hätte wäre, wenn… EGAL!