Tschechien / Schweiz 6 Renntage in 10 Tagen

Mit Platz 2 konnte ich bereits beim Snow Bike Festival im Januar ein gutes Ergebnis vorweisen. Und ich hatte dort bereits eine kleine Rundfahrt in den Beinen. Immerhin!! Dass danach der Lockdown kam, war zu diesem Zeitpunkt undenkbar.

Corona warf die Rennsaison ganz schön durcheinander. Sämtliche Rennen wurden gestrichen oder sind verlegt. Die Rennfahrer blieben aber nicht untätig. Das zeigte sich bei den ersten Rennen mehr denn je. Jeder wollte gleich richtig schnell fahren. Die Profis fühlten sich in der Schuld, ihre Sponsoren bestmöglich zu vertreten und der Hobby hat die Coronazeit genutzt, um seinen Kilometerstand neu zu eichen.

Ich fuhr mit ein paar Freunden aus Freiburg nach Tschechien. Unser Nachbar war der erste, der ein reguläres Etappenrennen für die Sportler ermöglichte. Das Rennen: MTB Trilogy besteht eigentlich aus einem Prolog und drei Etappen. Dieses Jahr musste coronabedingt die Polenetappe ersatzlos gestrichen werden. Dennoch erwies sich dieses Rennen als das härteste, das ich je gefahren bin. Die Rede ist weniger von der Länge, sondern vom technischen Anspruch. Die Krone der Herausforderung an Biker und Material wird an die “MTB Trilogy“ vergeben. Ich liebe das!
Schnell war klar, dass die Krone der schnellsten Biker an die Weltklasseathleten Filip Adel, Michal Kanera und Hans Becking vergeben wird. Ich fuhr ein sehr gutes, defekt- und sturzfreies Rennen auf Platz 11.

Rückreise – Abreise und vier Tage später ein komplett anderes Rennen.
Ich startete auf 1700m. ü. NN. beim Engadin Bike Giro. Dieses Rennen ist kein Geheimtipp! Dieses Rennen ist von den Veranstaltern Sauser GmbH über mehrere Jahre zu einem “Stell-dich-ein“ der europäischen Rennszene geworden. Nicht nur top Langstreckenspezialisten sind am Start, sondern auch vermehrt die Elite aus dem Crosscountrysport. So natürlich in diesem Jahr, mehr denn je.
Für viele war es das erste Rennen 2020. Dementsprechend war das Starterfeld angespannt und hochmotiviert. Die Erste Etappe glich einem Cyclocrossrennen mit Berg. Also von der ersten Minute direkt All-Out! Ich kämpfte mehr mit der Höhe und der Restmüdigkeit als gegen die Konkurrenz.
Ich finishte irgendwo auf Platz 50. Auch die kommenden zwei Etappen war die Leistung im oberen Bereich maximal beschränkt. Aber ich fühlte mich bereits an der zweiten Etappe deutlich besser.
Nach Sonnenschein am Vortag folgte Regen und 2°C auf 2500m. Ein Kontrast, der aber der Strecke gut tat. Sie war weniger rutschig und der Reifen packte besser zu. So langsam merkte ich die Corona-Kilometer und ich konnte auch auf der letzten Stage ein gutes Rennen fahren. Zwar mit geringer aber dafür konstanter Leistung beendete ich die Rundfahrt auf Platz 45.

Wie es weiter geht, dass kann ich noch nicht sagen. Zunächst brauche ich ein paar Ruhetage. Die letzten 10 Tage waren enorm anstrengend. Immerhin war es wieder möglich, eine Startnummer anzupinnen und seiner Leidenschaft, das Rennfahren, nachzukommen. Die aktuelle Corona-Pandemie ist immer noch allgegenwärtig und macht es den Sportveranstaltern nicht leicht, Entscheidungen zu treffen. Dem Sportler bleibt nur abwarten und die Natur zu genießen.